Ein großes Polizeiaufgebot vor dem britischen Parlament, nachdem ein Auto in die Absperrung gerast ist. - © APAweb / Reuters, Hannah McKay
Ein großes Polizeiaufgebot vor dem britischen Parlament, nachdem ein Auto in die Absperrung gerast ist. - © APAweb / Reuters, Hannah McKay

London. Nach der mutmaßlichen Auto-Attacke am Londoner Parlament ermittelt die Polizei wegen Terrorverdachts. Das teilte Scotland Yard am Dienstag mit. Ein Mann war am Morgen mit einem Auto in die Absperrungen vor dem Parlament gerast und hatte dabei Radfahrer und Fußgänger erfasst und mehrere Menschen verletzt. In Lebensgefahr war der Polizei zufolge aber niemand.

"Im Moment behandeln wir das als terroristischen Vorfall, und die Anti-Terror-Einheit leitet jetzt die Ermittlungen", hieß es in der Mitteilung von Scotland Yard. In dem Wagen befanden sich laut Scotland Yard keine weiteren Personen. Auch Waffen wurden nicht sichergestellt. Der Fahrer kommt britischen Medienberichten zufolge aus dem Raum Birmingham. Das Fahrzeug soll in Nottingham zugelassen sein.

Der mutmaßliche Attentäter, anscheinend ein Mann Ende der 20, kooperiere nicht mit den Ermittlern, sagte ein Polizeisprecher. Seine Identität sei noch nicht formell geklärt, er sei den Sicherheitsbehörden nach vorläufigem Stand aber bisher nicht bekannt gewesen. Weitere Verdächtige gebe es nicht.


Ermittlungen wegen Terrorverdachts

Den Rettungskräften zufolge mussten zwei Menschen vor Ort behandelt werden. Sie wurden später ins Krankenhaus gebracht, waren aber nicht schwer verletzt. Auf Fernsehbildern waren am Boden liegende Radfahrer zu sehen. Mehrere Fahrräder lagen verteilt über den Gehsteig.

Der Vorfall ereignete sich kurz nach 7.30 Uhr Ortszeit. Eine Augenzeugin berichtete: "Es sah so aus, als sei es absichtlich gewesen. Das Auto fuhr sehr schnell in Richtung der Absperrungen", sagte Ewalina Ochab der Nachrichtenagentur PA. Sie habe vorne an dem Fahrzeug kein Kennzeichen gesehen.

Angespannte Sicherheitslage

Das Parlament ist seit einem Anschlag im März 2017 von einer Sicherheitsbarriere aus Stahl und Beton umgeben. Damals war ein Angreifer mit einem Auto auf der Westminster Bridge in eine Menschenmenge gefahren, vier Passanten wurden getötet. Der Mann erstach außerdem einen Polizisten, ehe er von der Polizei erschossen wurde.