• vom 21.08.2018, 16:36 Uhr

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Update: 21.08.2018, 16:53 Uhr

Polen

Wirtschaftsboom trotz Demokratieabbau




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Von Johannes Mayerhofer

  • Polens Ökonomie wächst beständig. Erfolgreichen unternehmerfreundlichen Maßnahmen stehen umstrittene demokratiepolitische Reformen der nationalkonservativen Regierung gegenüber.

Die Warschauer Silhouette wirkt wie ein Symbol des Aufschwungs.

Die Warschauer Silhouette wirkt wie ein Symbol des Aufschwungs.© afp/Loeb Die Warschauer Silhouette wirkt wie ein Symbol des Aufschwungs.© afp/Loeb

Wien/Warschau. "Ich bin kein Freund des Sozialismus. Nur keine Missverständnisse", stellt Hadley Dean klar. "Aber ein gewisses Maß an Gleichheit hat dieses System in Polen schon geschaffen. Das war gemeinsam mit der Demokratisierung wichtig für die gute wirtschaftliche Entwicklung nach dem Kommunismus", erklärt der Vorstandsvorsitzende von EPP gegenüber der "Wiener Zeitung". Das niederländische Unternehmen hat rund zwei Milliarden Dollar (1,74 Milliarden Euro) in Polen investiert, betreibt dort 20 große Einkaufszentren und sechs Bürogebäude. Dass der attraktivste Investmentsektor nach Hadley Deans Ansicht der Einzelhandel sei, überrascht daher wenig. Doch auch gesamtwirtschaftlich betrachtet sieht er Polen schon seit langem auf einem Erfolgskurs.

Ungebremstes Wachstum
Polen erlebt seit 1991 eine ungebremst positive Wirtschaftsentwicklung. Selbst am Höhepunkt der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2009, als die Weltwirtschaft um 0,6 Prozent schrumpfte, erlebte das Land eine Steigerung von 2,5 Prozent. Ein Bericht der Wirtschaftskammer Österreichs (WKÖ), der sich mit Polen beschäftigt, weist darauf hin, dass die 4,6 Prozent Wachstum des vergangenen Jahres vor allem auf den florierenden Inlandskonsum und Exporte zurückzuführen sind. Auch der Trend der ansteigenden Investitionen (2017: plus 5,4 Prozent) werde sich dieses und kommendes Jahr fortsetzen. Auch die sozialen Indikatoren zeigen in eine positive Richtung: War 2013 nach Eurostat jeder zehnte Pole ohne Beschäftigung, hat sich die Zahl der Arbeitslosen 2017 mehr als halbiert. Das Pro-Kopf-Einkommen stieg laut Weltbank von 1991 bis 2017 von umgerechnet 5600 auf 28.200 Dollar. EPP-Chef Hadley Dean bezeichnet das Land angesichts dieser Zahlen als "junges Deutschland". "Polen wird gewiss nicht zum neuen Wirtschaftsschwergewicht in der EU werden. Doch in zehn Jahren wird es mit Frankreich und Deutschland am selben Tisch sitzen", gibt er sich zuversichtlich.


Ein ganzes Land als Sonderzone
Einen Anteil am wirtschaftlichen Höhenflug des Landes dürften die rund 14 Sonderwirtschaftszonen haben, die es in Polen gibt. 1994 gegründet, erstrecken sie sich mittlerweile über eine Fläche von mehr als 25.000 Hektar, was etwa der Hälfte der polnischen Hauptstadt Warschau entspricht. Sie ziehen vor allem große Industrieunternehmen aus dem Ausland an - Autohersteller wie Toyota, oder Zahnpastahersteller wie Colgate. Rund 350.000 Menschen arbeiten laut eines Berichts des Deutschlandradios dort.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-08-21 16:44:43
Letzte Änderung am 2018-08-21 16:53:41


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