Brüssel. Die EU-Kommission hat Spitzenbeamte ("Sherpas") von zwölf EU-Staaten zu einem Krisentreffen am morgigen Freitag im Streit um das Flüchtlingsschiff der italienischen Küstenwache "Diciotti" eingeladen. Auch die österreichische EU-Ratspräsidentschaft wird an dem Treffen in Brüssel teilnehmen.

EU: Rasche Hilfe ist aus humanitären Gründen erforderlich

Eine Sprecherin der EU-Kommission erklärte am Donnerstag in Brüssel, das Treffen sei in einem breiteren Kontext zu sehen. Ziel sei es, gemeinsame europäische Lösungen für die Migration zu finden. Die Bemühungen um eine Lösung für die "Diciotti" würden indes fortgesetzt. Italien hat sich in der Angelegenheit an die EU-Kommission gewandt und andere EU-Staaten aufgefordert, ebenfalls Flüchtlinge aufzunehmen. Für die Kommission sei eine rasche Lösung vor allem aus humanitären Gründen erforderlich, damit die mehr als 170 Personen von Bord gehen könnten, betonte ein Sprecher der EU-Kommission.

Bei dem Treffen am Freitag gehe es um die Aufteilung von Verantwortung im Lichte bisheriger EU-Beschlüsse und bisheriger Rettungsaktionen. Da es sich um ein informelles Treffen handle, wolle die EU-Kommission auch keine möglichen Ergebnisse ankündigen.

Insgesamt 29 Kinder und Jugendliche haben am Mittwochabend das Schiff der italienischen Küstenwache "Diciotti" verlassen. Die übrigen der insgesamt 177 geretteten Bootsflüchtlinge müssen laut Medienberichten weiter an Bord des Schiffes, das seit Tagen im Hafen von Catania auf eine Lande-Erlaubnis wartet, ausharren. Zwischen Italien und Malta geht indes der Streit um die Aufnahme von im Mittelmeer geretteten Flüchtlingen weiter.