Raus aus der Verantwortung

"Es glaubt doch wohl niemand, dass das AMS einfach zum Finanzminister gehen und sagen kann, wir wollen jetzt 60 Prozent Vor- und Nachbereitungszeit und damit ein Bildungsbudget von 600 Millionen Euro", assistiert Weidinger. Vielleicht solle das AMS weniger "Sinnloskurse" anbieten, entgegnet eine Trainerin. Für ihre Antwort erntet Draxl nur Gelächter: "Wir machen keine Sinnloskurse."

Im Übrigen sei das AMS bei den Deutschkursen für Flüchtlinge nur "eingesprungen", rechtfertigt sich Draxl. Der Österreichische Integrationsfonds und der Fond Soziales Wien würden demnächst mit Ausschreibungen in der Höhe von 12 bzw. 10 Millionen Euro den Bereich übernehmen, "für den sie auch zuständig sind", sagt Draxl: "Das AMS wird dann ein Stück weit aus der Verantwortung genommen." Wer Probleme habe, solle sich eben an die Gewerkschaft wenden.

Der BIT-Betriebsrat hat die Kündigung von Martin auf dessen Wunsch angefochten. Seine ebenfalls gekündigte Kollegin hat es aber aufgegeben, mit dem Betriebsrat zu sprechen. Der Rat einer ebenfalls am Mittwochabend bei der Diskussion anwesenden Gewerkschafterin: "Betriebsräte kann man auch abwählen – und neu gründen."