Manierismus und Eklektizismus sind den Indelicates keine Fremdworte. Die Band aus Brighton steht für einen Popentwurf, der ein Hybrid aus Artrock, Glamfolk, Britpop und Varieté-Pathos darstellt und mit bissig-zynischen Texten meist wohltemperiert-harmonische Melodien kontrastiert. Offene Songstrukturen treffen auf überbordende Arrangement-Ideen und theatralische Ansätze. Das Ergebnis sind oft desperat-schöne Songs, die sich weder elegischen Momenten noch lodernden Emotionen verschließen.

Der Bandkern aus dem Ex-Comedian Simon Clayton und seiner mit Falsettstimme ausgestatteten Kollegin Julia Clark-Lowes hat sich für sein fünftes Album, "Elevator Music", kongeniale Mitstreiter ins Studio geholt und mit ihnen zusammen ein Konzeptalbum über virtuelle Welten, menschliche Isolation und krude Erlösungsideen eingespielt. Den Indelicates gelingt dabei eine gewagte musikalische Burleske, der es weder an Derbheit, Schelmentum oder Ideen fehlt - da und dort aber an traditionellem Songwriting.