Martin Wuttke verausgabt sich in Simon Stones "Griechischer Trilogie". - © Thomas Aurin

Theaterkritik

Wege in die Katastrophe

  • Berliner Ensemble und Hamburger Schauspielhaus starten mit Simon Stone und Karin Beier in die neue Spielzeit.

In Berlin und in Hamburg kann man heuer zwei recht unterschiedliche Versuche besichtigen, ein szenisches Ausrufezeichen an den Anfang einer Spielzeit zu setzen. An dem sich beharrlich in der Nach-Peymann Ära einrichtenden Berliner Ensemble hat Multitalent Simon Stone seine eigene "Griechische Trilogie" geschrieben und inszeniert... weiter





Ian Anderson in typischer Haltung, für die seinerzeit ein Journalist verantwortlich war. - © Picturedesk/Eyedea/Lionel Flusin

Musik

Der Flöten-Flamingo2

  • Ian Anderson feiert am 10. Dezember in der Wiener Stadthalle 50 Jahre Jethro Tull. Im Vorfeld spricht er über die Anfänge.

Man könnte fast von "Fake News" sprechen, die Ian Andersons Weltkarriere an der Querflöte begründet haben. Begonnen hat es 1968 in einem Londoner Club, als der junge Schotte in seiner damaligen Band Mundharmonika spielte, dabei - warum auch immer - auf einem Bein balancierte und den Mikrofonständer umklammerte, um nicht umzufallen... weiter




- © Ernst Gelles

Kabarett

Die ganze Welt - ein einziges Hoppala1

  • Nadja Malehs neues Soloprogramm dreht sich liebevoll um Fehler und Schwächen.

Zuerst die schlechte Nachricht: Niemand ist perfekt. Aber jetzt zur guten Nachricht: Niemand ist perfekt. So könnte die Kurzzusammenfassung von Nadja Malehs neuem Soloprogramm "Hoppala!" lauten. Denn wenn es nach der Kabarettistin geht, ist die ganze Welt ein einziges Hoppala, und das ist gut so. Begonnen hat es schon mit dem Urknall... weiter




Katharina Klar als quirlige Treuherzige.

Theaterkritik

Hans Kelsen und seine Feinde7

  • "Verteidigung der Demokratie" als Politshow von Christine Eder im Volkstheater.

Zwei Schulstunden Verfassungsrecht, Nationalökonomie, Österreich- und Weltgeschichte seit dem Jahr 1920. Christine Eder, verantwortlich für Text und Regie, presst im Volkstheater zu viel Buchwissen in ihre Politshow "Verteidigung der Demokratie". Zur Alarmierung der Demokraten werden Proseminartexte aus dem Juridicum zitiert... weiter




Entliebt euch: Andrea Jonasson als Claire Zachanassian und Michael König. - © Herwig Prammer

Theaterkritik

Diabolischer Deal5

  • "Der Besuch der alten Dame" mit Andrea Jonasson im Theater an der Josefstadt.

Dürrenmatts Klassiker "Der Besuch der alten Dame" erfährt auf Wiens Bühnen gerade Hochkonjunktur: Im Burgtheater lehrt Maria Happel den Dorfbewohner aus Güllen das Fürchten; in der Josefstadt verbreitet Andrea Jonasson Angst und Schrecken. Die Renaissance kommt nicht von ungefähr; Dürrenmatts Drama aus dem Jahr 1956 ist eine meisterhafte... weiter




Kampfzone Straße: v.l. Claudia Waldherr, Christina Kiesler und Stefan Rosenthal in einer aktualisierten Oliver-Twist-Version. - © Rita Newman

Theaterkritik

Untertagblues1

  • "Oliver Twist" als bittere Gegenwartsdiagnose im Theater der Jugend.

"Ich wünschte, diese Geschichte wäre ein Märchen, aber das ist es nicht", so beginnt die Inszenierung von "Oliver Twist" im Theater im Zentrum, der Innenstadt-Dependance des Theaters der Jugend. Das Bühnenbild von Diane Zimmermann zeigt düstere Straßenfassaden mit angeschmierten Rollläden. In dieser finsteren Gegend haben drei Jugendliche Quartier... weiter




Eine Szene aus dem Stück "Die Muschellauscherin", von TheaterFusion & Figurentheater Paradox aus Deutschland. - © PTT-Mistelbach

Interview

Im Zeichen der Puppe

  • 40 Jahre Puppentheater in Mistelbach: Intendantin Cordula Nossek über Trends der Branche.

Knapp 60 Kilometer entfernt von Wien liegt die heimliche Hauptstadt des Puppentheaters. Seit nunmehr 40 Jahren findet in der niederösterreichischen Kleinstadt Mistelbach alljährlich ein Festival statt, bei dem Spitzenkräfte des internationalen Puppentheaters gastieren. Von knallbunten Handpuppen über zierliche Marionetten bis hin zu gewaltigen... weiter




- © Alexander Gotter

Theaterkritik

Agitprop Diskurs

  • Ali M. Abdullahs "Aufstand der Unschuldigen" pendelt zwischen Theorie und Aktion.

Das Publikum sitzt an zwei Seiten, Videoprojektionen an zwei Wänden. Aus Holzbrettern hat Bühnenbildner Renato Uz drei nach oben hin offene, provisorische Räume gebaut. Hinten hängt eine geblümte Wand, steht ein Schlagzeug, Live-Video von überall her. Das Werk-X startet die Saison mit "Aufstand der Unschuldigen", eine Stückentwicklung von Ali M... weiter




Theaterkritik

Alles und nichts

  • Romy Schneider und Helmut Berger in Wieden.

Romy Schneider versucht, den scheinbar völlig betrunkenen Helmut Berger mit schwarzem Kaffee zu ernüchtern - Berger lacht sie aus und ist plötzlich völlig normal. Dramatischer wird es in der Freien Bühne Wieden in "Affinitäten" von René Rumpold nicht, der Rest sind mehr oder weniger emotionale Dialoge... weiter




Die Echten in Aktion: Alexander Wartha, Christine Kisielewsky, Franz Alexander Langer und Stephan Gleixner. Foto: WZ

Kabarett

Weniger reden - mehr singen!1

  • Die Echten machen auch im neuen Programm das, was sie am besten können: A-Capella-Musikkabarett.

Ein bisschen erinnern Die Echten (Christine Kisielewsky, Stephan Gleixner, Franz Alexander Langer und Alexander Wartha) an Pinguine. Nein, nicht wegen des Bühnen-Outfits (Franz trägt sogar Frack zum schwarzen Shirt). Sondern weil sie wie die Wasservögel an Land (im Fall der Echten ist dies das freie Sprechen zwischen den Liedern) zumindest noch bei... weiter




Klytämnestra im Paternoster: Waltraud Meier . - © Staatsoper/Pöhn

Opernkritik

Elektrisierend5

  • Mit dem Paternoster in den Keller des Grauens: "Elektra" in der Staatsoper.

Es sind kraftvolle Bilder: die Nacktheit der Menschen, blutverschmiert, vor der grauen, kahlen Wand. Passend dazu der erste schrille Akkord vom Orchester. Wir befinden uns in Richard Strauss’ "Elektra". Es ist eine intensive Oper, deren Poesie wie Brutalität in dieser minimalistischen Inszenierung... weiter




Kabarett

Intuition mit Loop4

  • Thomas Franz-Riegler tourt mit "Jo eh" durchs Land.

"Der Hausverstand ist der letzte Wächter an der Außengrenze der Intelligenz", so Thomas Franz-Riegler bei seinem neuesten Programm "Jo eh" bei der Premiere in der Wiener Kulisse. Und da dieser außerdem weder mehr Wissen noch mehr Spaß bringt, setzt der Kabarettist in seinem Programm auf die Intuition... weiter




Keine Amtshandlung: Polizistin Mona (Michaela Schausberger) vergenusszwergelt Oleg (Felix Oitzinger). - © barbara Palffy/Volkstheater

Theaterkritik

Namaste - jo eh2

  • "Planet der Waffen - Zaun und Zeit" unterhält im Volx Margareten als Western-Seifenoper.

Wenn man bei Waffen Schmid eine Pistole neuesten Modells kauft, gibt es beim örtlichen Wirten eine Brettljause gratis dazu. Die Aktion heißt "Ein Schuss Heimat". In der "erbarmungslosen Wildnis" von Zwetschgau County in der Südsteiermark muss man sich schon etwas einfallen lassen, um seine Puffn an den Mann zu bringen... weiter




Strahlendes Zentrum: Joyce DiDonato als Dido. - © Staatsoper/Michael Pöhn

Staatsoper

Es braucht so wenig15

  • Ein strotzender Kraftakt: Hector Berlioz’ Mammutoper "Les Troyens" an der Staatsoper.

Eine Sängerin im Silberkleid vor dem schwarzen Vorhang an der Bühnenrampe, ein einzelner bläulicher Scheinwerfer und die unermessliche Bandbreite menschlicher Emotionen von gramvollem Sehnen über schäumende Rage bis zu verzweifeltem Schmerz. Dazu ein umsichtiger Dirigent, der all diese Nuancen mit dem differenzierten Orchester umfängt und trägt... weiter




zurück zu Kultur


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Dichand-Erben übernahmen "Krone"-Anteile
  2. Die Sprache der Moral
  3. Der Flöten-Flamingo
  4. Wi Wa Wahnsinn
  5. Guillermo del Toro verfilmt Pinocchio für Netflix
Meistkommentiert
  1. Klamauk um ein Politfossil
  2. Navi ein, Gehirn aus
  3. Ein Banksy ist immer gut
  4. Heidi tanzt auf zwei Kirtagen
  5. "Die Krankheit zuerst verstehen"

Werbung



"Der Bauerntanz", entstanden um 1568.

Ignaz Kirchner als "Samiel", 2007, während der Fotoprobe von "Der Freischuetz" in Salzburg.  Das Tutu ist das Spezifikum der Ballerina, die elfengleich über die Bühne schwebt.

Tilda Swinton in einem Haute Couture Kleid des Designers Schiaparelli - das sich sogar in den Schuhen und Handschuhen optisch fortsetzt. Gruppenbild der Jury: Präsident Guillermo del Toro (4.v.l.) gewann im Vorjahr den Goldenen Löwen für "The Shape of Water". Ganz links Venedig-Chef Alberto Barbera im Gespräch mit Christoph Waltz, ganz rechts:Biennale-Präsident Paolo Barratta.