Neu im Wald: Mariam Battistelli als Gretel. - © Michael Poehn/Staatsoper

Opernkritik

Saftiger Hexenschmaus

  • "Hänsel und Gretel", knapp vor Weihnachten zurück an der Wiener Staatsoper.

Es gibt Werke, die kehren zu Weihnachten so sicher wie fast grundlos wieder. Im Fernsehen etwa der Actionkracher "Die Hard" - eine Baller-Orgie mit Bruce Willis, die immerhin am Heiligen Abend spielt. Die Opernhäuser wiederum setzen auf "Hänsel und Gretel", ein Stück gänzlich ohne Bezug zur Bescherung - einmal abgesehen davon, dass es an einem 23... weiter





Michael Dangl in der Rolle des Fortunatus Wurzel. - © apa/H. Neubauer

Theater

Bescheidene Bescheidenheit3

  • "Der Bauer als Millionär" von Ferdinand Raimund im Theater in der Josefstadt.

Geisterparade schon mitten unter den einströmenden Zuschauern, ehe der Josefstädter Entschwebeluster erlischt. Hier ein Herr in Schwarz unter überhohem Zylinder, dort ein Hase wie ein Clown im weißen Overall mit Karotte als Bijou. Der Bühnenvorhang ist einen Spalt breit hochgezogen, da muss auch ein Geist sich flachlegen wie ein Toter... weiter




Harald Schmidt sagt etwas, Michael Niavarani haut sich ab. Nicht das ganze, aber ein Gutteil des Konzepts dieses Abends. - © Marcella Ruiz Cruz

Kabarett

Harald Schmidt, Michael Niavarani und ihre Prostata21

  • Effiziente Schließtag-Bespielung mit den Humorgrößen Harald Schmidt und Michael Niavarani im Burgtheater.

"Wir machen hier jetzt ein Gespräch, habe ich im Programm gelesen", sagt Harald Schmidt gleich zu Beginn zu Michael Niavarani. Sagte es mit dieser lässigen Arroganz, die so typisch für die Late-Show-Legende ist und die man eigentlich nur ihm wirklich verzeiht. Und irgendwie hat es ja auch gestimmt. So wirklich vorbereitet wirkten die beiden... weiter




Stefan Leonhardsberger singt und tanzt, Martin Schmid schaut hinreißend verzweifelt drein. - © Foto: Jan Frankl

Liederabend

Ein Austro-Liederabend

  • Stefan Leonhardsberger textet internationale Hits um.

Die größten Hits der Popgeschichte (inklusive Austropop) mit neuem Text - ein Konzept für einen Liederabend, das man nicht unbedingt als originell bezeichnen kann. Und doch funktioniert es auch bei Stefan Leonhardsberger und Martin Schmid. Denn der Oberösterreicher und der Bayer haben nicht nur selbst viel Spaß an ihrem Tun... weiter




Rabtaldirndln als Mordschwestern: v.l.: Rosa Degen-Faschinger, Barbara Carli, Gudrun Maier. - © Christine MiessInterview

Theaterkollektiv

Rabtaldirndln zum 15-Jahr-Jubiläum

  • Warum lachen die Rabtaldirndln nie auf Fotos und was interessiert die Performerinnen an den Lainzer Mordschwestern? Eine Begegnung zum 15-Jahr-Jubiläum des Bühnen-Kollektivs.

Seit den 1990er Jahren kursiert das Schlagwort postdramatisches Theater - bei dem es mehr um performatives Erzählen denn um Wiedergabe eines vorgefertigten Stücks geht. Theaterkollektive aus der freien Szene haben seitdem dieses Spielfeld erkundetet. In England erprobte Tim Etchels mit "Forced Entertainment" neue Formen des Storytellings... weiter




Theaterkritik

Rabtaldirndln im brut

Sie sollten pflegen, aber sie töteten. Vier Krankenschwestern füllten 1989 die Spalten im Sensationsboulevard, als aufgedeckt wurde, dass sie im Lainzer Spital über 200 Patienten mit Wasser erstickt hatten ("Mundpflege"). Fasziniert lasen die Berichte damals auch Barbara Carli, Rosa Degen-Faschinger und Gudrun Maier vom steirischen... weiter




- © Monika Rittershaus

Opernkritik

"Euryanthe" als packendes Kammerspiel12

  • Carl Maria von Webers Rarität am Theater an der Wien.

Die Ouvertüre verirrt sich zwar ab und an in ein Konzertprogramm, das ganze Werk hingegen fristet im heutigen Opernbetrieb ein Schattendasein. Zu Unrecht, denn die Musik ist durch und durch meisterhaft, und die Handlung des viel gescholtenen Librettos lässt sich problemlos auf das Wesentliche - zeitlose seelische Konflikte - reduzieren... weiter




comedy

Eine zähe Auswärtspartie1

  • Der Deutsche Vincent Pfäfflin hatte es in Wien schwer.

Was Deutsche und Österreicher trennt, ist die gemeinsame Sprache. Diesen alten Spruch kennt auch Vincent Pfäfflin. Und so warnt der deutsche Comedian, der seine Kindheit in den USA verbracht hat, sein österreichisches Publikum im Wiener Stadtsaal vor: "Ich weiß nicht, ob ihr meine Witze verstehen werdet... weiter




Simone Solga zollt Merkel "große Bewunderung, sich in der Männerwelt auf politischem Parkett behauptet zu haben". - © D.Reichenbach

Kabarett

Und die Sakkos bekommt dann Kim1

  • Simone Solga, die "Souffleuse der Kanzlerin", über Angela Merkel als Vorbild für Frauen, die AfD und politisches Kabarett.

Seit 2005 ist Angela Merkel deutsche Kanzlerin. Genauso lange hat sie eine "Kanzlersouffleuse": die Kabarettistin Simone Solga, die ihr drittes Soloprogramm so genannt hat und sich seither an der deutschen Innenpolitik abarbeitet. Mit ihrem inzwischen vierten Merkel-Programm, "Das gibt Ärger", gastiert die 55-jährige Thüringerin am 31... weiter




Miriam Fussenegger, Caroline Frank. - © Sophie Menegaldo

Theaterkritik

Blutrache von Jethro Compton im Rabenhof Theater5

  • Der Alpenwestern "Blutrache", uraufgeführt im Rabenhof Theater.

Theaternebel wabert über die Bühne des Rabenhof Theaters. Eine Schauspielerin in bodenlanger tiefschwarzer Tracht schlängelt sich über die mit Baumstämmen vollgestellte Bühne, positioniert sich an der Rampe, legt die Schrotflinten-Attrappe an und feuert frontal ins Publikum. Peng. Äußerst effektvoll beginnt die Uraufführung von "Blutrache"... weiter




 Ian Anderson präsentierte in der Stadthalle Jethro Tull. - © David Bitzan

Konzertkritik

Eine wunderbare Reise zu den Ursprüngen von Jethro Tull7

  • Ian Anderson nahm seine Fans in der Wiener Stadthalle mit in die Siebziger und Achtziger Jahre.

Ian Anderson gab sich nun also am Montagabend in der Wiener Stadthalle die Ehre, um mit seinen Fans ein halbes Jahrhundert Jethro Tull zu feiern. Und die Anhänger des Progressive Rock waren zahlreich erschienen, um dessen Altmeister bei einem musikalischen Exkurs vor allem durch die beiden ersten Jahrzehnte des Schaffens der von ihm so geprägten... weiter




Happyend im Big Apple: Eileen (Olivia Delauré) reüssiert auf der Bühne, Schwester Ruth (Sarah Schütz) herzt den Journalisten Robert (Drew Sarich). - © Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Musicalkritik

Die 30er sind zurück8

  • "Wonderful Town" an der Wiener Volksoper: ein durchwachsenes Ende für das Bernstein-Jahr.

Naheliegend, dass die Volksoper im ausgehenden Leonard-Bernstein-Jahr dem musikalischen Tausendsassa mit einem seiner Musicals Tribut zollt. Mit "Wonderful Town" griff man zwar nicht zum Blockbuster aus der Bernstein-Schublade, aber immerhin zu einem Musical mit besonderem Bezug zur Volksoper. 1956 wurde es hier erstmals in deutscher Sprache... weiter




Performer in Drahtwölkchen-Kokon. - © S. Bolesch

Performance-Kritik

Berliner Choreografin Sasha Waltz porträtiert in "Kreatur" die menschliche Zerrissenheit

  • Enthemmte Wesen

Diese Wesen trippeln in einem silbernen, zarten, drahtwölkchenähnlichen Kokon. Hie und da ragt ein Arm heraus, selbst dieser scheint, trotz menschlicher Physiognomie, eher einer außerirdischen Kreatur anzugehören - dementsprechend benennt Sasha Waltz ihr Stück auch "Kreatur" - das Gastspiel war am Wochenende als österreichische Erstaufführung im... weiter




Theaterkritik

Unschärfe-Beziehungen bei "Heisenberg" auf Volkstheater-Bezirkstournee2

  • "Heisenberg" von Simon Stephens auf Volkstheater-Bezirkstournee.

Wo bleibt Werner Heisenberg, werden sich in Simmering und Floridsdorf bildungsbeflissene Abonnenten des Volkstheaters fragen. In der Zwei-Personen-Beziehungskomödie "Heisenberg" ist der 75 Jahre alte Hagestolz in London, dem eine 42 Jahre junge Amerikanerin zuläuft, kein Nobelpreisträger. Sondern Fleischhauer im eigenen Laden... weiter




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Förderpreisgewinner Christoph Fritz mit Moderatorin Verena Scheitz und "vormagazin"-Chefredakteur Christoph Langecker.

Peter Handke bei der Verleihung des 19. Wiener Theaterpreises "Nestroy" im Theater an der Wien. Hier mit dem Preis für sein Lebenswerk. Neo-Viennale-Chefin Eva Sangiorgi (links) mit der Regisseurin des Eröffnungsfilms Alice Rohrwacher

Sozialdemokratische Kundgebung für das Frauenwahlrecht, Wien-Ottakring, 1913 "Der Bauerntanz", entstanden um 1568.