Poesie-Oase: Michael Rotschopf als nachdenklich viriler Arthur im Zauberwald. - © Theater a. d. Wien/Herwig Prammer

Opernkritik

Flüchtiger Zauber

  • Szenischer Klamauk mit magischen Inseln bei "King Arthur" im Theater an der Wien.

Ein verzauberter Wald mit Nixen, Satyrn und Nymphen, dazu Luft- und Erdgeister sowie zwei mächtige Zauberer: Der Gegenentwurf zur martialischen Handlungsebene von "King Arthur" ist so fantastisch wie vielschichtig. Und diese hinterlistig poetische Welt ist - in der Schauspiel, Musik, Gesang und Tanz verwebenden Szenenabfolge - fein verknüpft mit... weiter





Festspiele Reichenau

Im Zeichen der Liebe

  • Von Schnitzler bis Werfel bei den Festspielen Reichenau.

"Wie verschieden Liebe sein kann" - dieses facettenreiche Motto zwischen Leidenschaft, Schuld und Narzissmus verbindet alle fünf Produktionen der diesjährigen Festspiele Reichenau. Die Saison dauert von 1. Juli bis 4. August, das Programm wurde soeben vom Intendantenpaar Renate und Peter Loidolt vorgestellt. Als erste Premiere geht am 1... weiter




Kräftiger Klang: Stephen Gould als Siegfried. - © Staatsoper/Pöhn

Opernkritik

Das Fürchten nicht gelernt4

  • Glanzvoller "Siegfried" an der Wiener Staatsoper - mit einer Ehrung für Wotan.

Generationskonflikte verursachen oft unschöne Auseinandersetzungen. Das Werden und Sich-Wandeln geht selten reibungslos vonstatten. Es birgt aber auch die Möglichkeit der Neugestaltung. Wotan kennt den bitteren Geschmack der Erkenntnis gut. An der Wiener Staatsoper gestaltet momentan Tomasz Konieczny diesen sich von der Macht verabschiedenden... weiter




(v.l.) Jakob Elsenwenger, Okan Cömert, hinten Claudia Waldherr. - © Rita Newman

Theaterkritik

Jenseits von Gut und Böse

  • Das Theater der Jugend zeigt Dostojewskis "Schuld und Sühne".

"Bist du schon als junger Mann angepasst?", diese Frage stellt der Schauspieler Jakob Elsenwenger zu Beginn der Vorstellung von "Schuld und Sühne" im Theater im Zentrum. Mit geschorenem Kopf, absichtsvoll zerfleddertem Mantel, abgewetzten Hosen, fahrigen Gesten und wirren Reden ist er es gewiss nicht... weiter




Empört euch: Julia Urban, Florian Carove, Suse Lichtenberger beim Protest der Kinderkrankenschwestern. - © Andreas Friess

Theaterkritik

Bleierner Aufruhr

  • "Tag des Zorns" im Theater Drachengasse prangert Ungarns Gesundheitswesen an.

Éva Zabezsinszkij gehört derzeit zu den profiliertesten ungarischen Dramatikerinnen. Die 40-Jährige packt mit Vorliebe gesellschaftspolitisch brisante Themen an und spitzt diese als bizarre Farce zu. Bekannte ungarische Regisseure wie Kornél Mundruczó und Árpád Schilling arbeiten mit ihr zusammen. Nun kam ihr gemeinsam mit Schilling verfasstes... weiter




Ungenützte Chancen: Opolais und Grigolo. - © Staatsoper/Michael Pöhn

Opernkritik

Viel Luft nach oben in der Engelsburg20

  • Kristine Opolais und Vittorio Grigolo erstmals als "Tosca"-Paar an der Staatsoper.

"O dolci mani": Mit grandiosem Schmelz besang dieser Cavaradossi kurz vor seiner Hinrichtung die zarten Hände der Floria Tosca. Doch bis zu diesem Punkt waren am Montag viele Puccini-Glanzstellen ungenutzt geblieben in der historischen "Tosca"-Regie von Margarete Wallmann. Gewiss, der italienische Tenor Vittorio Grigolo ist nicht umsonst ein... weiter




Die Ausweglosigkeit in einer Schneelandschaft beschwören Händl Klaus und Beat Furrer. - © Monika Rittershaus

Opernkritik

Bilder der Kälte1

  • Beat Furrers Oper "Violetter Schnee" wurde in Berlin uraufgeführt.

Beat Furrer hat Glück. Oder prophetische Fähigkeiten: Wie zuletzt Michel Houellebecq in der Literatur, gelang dem Wahlösterreicher mit seinem neuen Werk "Violetter Schnee" ungeachtet der langen Vorbereitungszeit die Oper zur Stunde. In Furrers Stück, das am Sonntag an der Berliner Staatsoper umjubelte Uraufführung feierte... weiter




Götterszene: Tomasz Konieczny (Wotan) mit Sophie Koch (Fricka). - © Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Opernkritik

Mit Furor zum Feuerzauber3

  • Packend, aber nicht ganz ideal besetzt: "Die Walküre" an der Staatsoper.

Die Untertitel-Anlage sprang erst nach 30 Minuten an, auch der Elan ließ auf sich warten: Als die Staatsoper am Samstag Wagners "Ring des Nibelungen" fortsetzte, herrschte zu Beginn dieser "Walküre" vor allem gute Ordnung. Das Orchester stellte seine Noten sauber im Luftraum ab - was keine Meisterleistung war... weiter




Kostümtheater in der Anstalt: Lyonel (Ilker Arcayürek) wirbt um Lady Harriet (Kim-Lillian Strebel). - © Werner Kmetitsch

Opernkritik

Martha, Martha, du entschwandest8

  • Die Oper Graz müht sich redlich, Friedrich von Flotows Opernhit wiederzubeleben.

Schon einmal Adolphe Adams "Postillon de Lonjumeau" auf der Bühne gesehen? Oder von Friedrich von Flotows "Martha" mehr mitbekommen als "Ach so fromm, ach so traut" und die "Letzte Rose" im Opern-Wunschkonzert? Die Dauerbrenner von einst sind nur noch theoretische Größen. Flotows "Martha" hat sich in diesem Jahrtausend immerhin in die Wiener... weiter




Mit archaischer Grausamkeit: Vassilissa Reznikoff, Johanna Baader, Sebastian Schindegger, Simon Bauer, Steffen Link.

Theaterkritik

Die Welt, das grausame Haus

  • Franx-Xaver Mayr zeigt Uraufführung von Enis Macis "Autos" im Schauspielhaus.

Mit "Autos" bringt das Schauspielhaus nach "Mitwisser" zum zweiten Mal ein Stück der 1993 geborenen Dramatikerin Enis Maci, die den Text gemeinsam mit Regisseur Franz-Xaver Mayr erarbeitet hat. Erzählt wird die Geschichte eines Geschwisterpaares, das sich mit dem Auto auf die Reise macht, entlang der Route... weiter




Theaterkritik

Sinnloses Schlachten3

  • Shakespeares "Troilus und Cressida" in der Scala.

Ein rotes Herz, das später erlöschen wird, leuchtet über der - von Marcus Ganser gestalteten - Bühne mit Mauerteilen, Säulen, Tonnen und Stacheldraht. Damit ist schon die nicht neue Kernaussage der aktuellen Produktion der Wiener Scala getroffen: Krieg zerstört Liebe, im Waffenlärm verschwindet die Humanität... weiter




Adam war, speziell im Wagner-Fach, einer der ersten wirklich modernen Interpreten. Das Foto zeigt ihn 1987 bei der 750-Jahr-Feier Berlins. - © Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Germany

Nachruf

Ein Sänger für das 20. Jahrhundert1

  • Der deutsche Bassbariton Theo Adam ist im Alter von 92 Jahren gestorben.

Theo Adam ist am 10. Jänner im Alter von 92 Jahren gestorben. Der deutsche Bassbariton gilt als einer der führenden Sänger seiner Generation. Er trug die konventionelle Opernaufführung hin zum Musiktheater maßgeblich mit. Adam, am 1. August 1926 in Dresden geboren, war Mitglied des Dresdner Kreuzchors... weiter




Der Wand entlang gewalzt: ein Spektakel des Cullbergbaletten. - © TQW

Performance-Kritik

Gemeinsam stark

  • Ian Kaler zeigt mit Cullbergbaletten ein Körperspektakel.

Im Sportoutfit eines Boxers, Rennfahrers oder einer Tennisspielerin und vielleicht eines B-Boys springen rund zehn Performer mit ihrer roten Springschnur. Der Körper ist dem Publikum zugewandt. Jeder der Tänzer hat sein eigenes Tempo, seinen eigenen Stil, verlässt die Bühne, kommt zurück und springt weiter... weiter




Volkstheater

Volkstheater-Direktion ausgeschrieben

  • Auch die Bewerbung von Kollektiven ist erwünscht.

Wien. Bühne frei für den Bewerbungsprozess um die neue Direktion des Volkstheaters: Am Donnerstag (10. Jänner) wurde die Ausschreibung für die Position ab 2020/21 veröffentlicht. Die Ausschreibung wurde gründlich vorbereitet. Seit Herbst führte Wiens Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler laufend Gespräche rund um die Neupositionierung der Bühne... weiter




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Förderpreisgewinner Christoph Fritz mit Moderatorin Verena Scheitz und "vormagazin"-Chefredakteur Christoph Langecker. Peter Handke bei der Verleihung des 19. Wiener Theaterpreises "Nestroy" im Theater an der Wien. Hier mit dem Preis für sein Lebenswerk.

Neo-Viennale-Chefin Eva Sangiorgi (links) mit der Regisseurin des Eröffnungsfilms Alice Rohrwacher Sozialdemokratische Kundgebung für das Frauenwahlrecht, Wien-Ottakring, 1913