Sebastian Mock spielt auch eine ganze Hasenfamilie. - © Daniel Auer
Sebastian Mock spielt auch eine ganze Hasenfamilie. - © Daniel Auer

Kindertheater ist eine Herausforderung für alle Beteiligten: die Schauspieler, das Publikum und dessen Eltern. Vor allem, wenn eine Geschichte von Erwin Moser (1954 bis 2017) nachgespielt wird. Denn der begnadete Katzen- und Mäusezeichner scherte sich bei seinen wundersamen Erzählungen nicht immer darum, ob die Kinder das, was sie da vorgelesen bekommen, auch wirklich verstehen. Zudem dauert das Stück eineinhalb Stunden (ohne Pause).

Und so ist es bei "Der glückliche Biber" im Niedermair ein wenig wie daheim beim Vorlesen: Die Kinder haben eineinhalb Stunden lang Spaß an den Figuren, aber nach der Essenz des Abends fragt man nachher besser nicht. Oder vielleicht doch? Wer weiß, ob nicht doch im Hinterkopf das eine oder andere hängenbleibt, wenn der nach einem Sturm obdachlose Biber (liebenswert scheu: Florian Haslinger) und die Maus (herrlich überdreht: Sophie Prusa), die ihren geliebten Schirm verloren hat, den Besitzer eines Koffers suchen, auf dem "Glück & Sohn" steht. Dabei erfahren sie von den anderen Tieren viel Hilfsbereitschaft, und die Maus gibt dem Biber auch Nachhilfe in Sachen Emanzipation.

Biber (l.) und Maus (M.), vom Frosch gerettet. - © Daniel Auer
Biber (l.) und Maus (M.), vom Frosch gerettet. - © Daniel Auer

Und ja, sie finden nicht nur den Regenschirm, sondern auch das Glück - aber eben auf der Metaebene. Und mit der können die Kinder weniger anfangen als mit den ulkigen Nebenfiguren, die Sebastian Mock spielt: Egal ob als absolut cooler Pelikan, fadisierter Rettungsfrosch oder 24-köpfige Hasenfamilie - die Kinder haben mit ihm die größte Gaudi. Und das ist ja die Hauptsache: Kindertheater soll gut unterhalten. Der Rest kommt dann eh von selbst.