Regisseurin Milena Michalek, Tochter der neuen künstlerischen Leiterin des Kosmos Theaters, Veronika Steinböck, läutet ihre Eröffnungsinszenierung "Mütter. Eine ekstatisch-matriarchalische Kosmologie" mit einem Ritual ein, bei dem die Darstellerinnen, bekleidet mit Ganzkörperkunststofftrikots, einander an den Händen halten und über ihre Mütter zu erzählen beginnen. Doch was als esoterisch anmutende Hommage an die eigenen Gebärerinnen beginnt, entwickelt sich rasch zu einem vorwiegend Altbekanntes deklinierenden Parforceritt durch die Bedürfnisse von Frauen an der Schwelle zwischen "Kind sein" und "Kind bekommen". In ihren besten Momenten bietet die unterhaltsame 90-minütige Versuchsanordnung satirisch-böse Überhöhungen.

Ein riesiges Loch im Bühnenboden stellt die Vagina dar, bodybuildinggestählte Männer die Mehrheitsgesellschaft - und, so suggeriert es der Abend, auch "weibliche" Sehnsüchte nach dem idealen Zustand: Karriere, Sex, Spaß, Kinder. Nicht unbedingt immer in dieser Reihenfolge. "Das Loch, das Loch", rufen die drei wunderbar zwischen verschiedenen Haltungen changierenden Akteurinnen, wenn sie erneut in ihr Ritual der Selbstbefragungen zurückkehren.

Es wird massiert, ein Polster dient als Schwangerschaftsplacebo, einzelne Monologe holen unterschiedliche Perspektiven in den jugendlichen Diskursraum von heute. Was bleibt, ist ein sympathischer Theaterabend, der letztendlich aber gesellschaftspolitisch relevante Fragen eines zeitgemäßen Feminismus nicht wirklich aufgreift.