Koloman Moser (1868-1918) irrlichterte zwischen den Disziplinen. Bekannt mag er vor allem als Maler und Grafiker sein, aber er hat sich gleichermaßen mit Möbeln und Design beschäftigt (wie derzeit eine eindrucksvolle Schau im MAK belegt). Weniger herumgesprochen hat sich hingegen, dass Moser auch als Bühnen- und Kostümbildner tätig war und auf diesem Gebiet genauso stilprägendend für die Wiener Moderne war. Seine Entwürfe und Skizzen kann man nun in der Ausstellung "Anwendungen. Koloman Moser und die Bühne" im Theatermuseum am Lobkowitzplatz betrachten. Auch am Theater war der Universalkünstler auf der Suche nach einer neuen Formensprache. Seine Entwürfe wurden teilweise sogar in Kunstzeitschriften veröffentlich.

In frühen Theaterarbeiten beschäftigte sich Moser mit dem seinerzeit äußerst populären modernen Tanz und entwarf Szenografien für das Kabarett Fledermaus. In der äußerst kurzlebigen Bühne "Zum lieben Augustin" des Autors Felix Salten hatte Moser als Grafiker seine Finger im Spiel.

Größere Bühnenprojekte setzte er mit dem Theatermacher Hermann Bahr und dem Komponisten Julius Bittner um, mit beiden war Moser befreundet. Moser war auch in die Entwicklung eines neuartigen Theaters von Max Reinhardt involviert, mit Zweigstellen in Berlin, München, Wien. Als Architekt sollte Otto Wagner fungieren, Koloman Moser war als Bühnenbildner vorgesehen und Hermann Bahr als Autor - das Unternehmen kam aus finanziellen Gründen nicht zustande.

Zu radikal

Überhaupt schien der Künstler mit dem Sprechtheater wenig Glück zu haben, häufig konnten seine ambitionierten Entwürfe nicht umgesetzt werden. In der Ausstellung gehören diese Skizzen jedoch zu den interessantesten Exponaten. An ihnen lässt sich ablesen, wie Moser sich mit den Bühnenerfindungen von Adolphe Appia, Edward Gordon Craig oder Alfred Roller auseinandersetzte und zu immer abstrakteren Raumlösungen fand. Bedauerlicherweise waren diese wohl zu radikal für die damalige Theaterwelt.

Mehr Erfolg hatte Moser offenbar mit dem Musiktheater. Für Bittner entwarf er die gesamte Ausstattung von "Der Musikant" (1910), "Der Bergsee" (1911) und "Der Abenteurer" (1913).

Das Theatermuseum stellt zu den genannten Opern eine beeindruckende Bildergalerie aus, bei der man gut erkennen kann, wie Moser versucht, die Atmosphäre des Stücks in seinen szenischen Lösungen einzufangen.

Moser gehört bekanntlich zu den Mitbegründern der Secession und der Wiener Werkstätte. Daher ist seine Auseinandersetzung mit dem Theater von der angewandten Kunst, der "Arts and Crafts"-Bewegung geprägt. Die verdienstvolle Ausstellung eröffnet Einblicke in wenig bekannte Aspekte des Gesamtwerks von Koloman Moser.