Das Herz pocht, der Blick ist fokussiert, der Körper angespannt. Die Welt draußen rast vorbei, das Innenleben ist in Aufruhr. Wieder ist es passiert: Die Musik Mozarts ist unaufhaltsam durch alle Poren gedrungen. Gleich mit dem ersten Akkord des "Don Giovanni" hat sie zugeschlagen, das Staatsopernpublikum umfangen und weggetragen - ohne Vorwarnung, ohne Rücksicht auf Verluste. Dies ist selbstredend, wenn Adam Fischer am Pult steht. Das hervorstechendste Merkmal der von ihm geleiteten Aufführungen ist die musikalische Stringenz. Vor allem beim Tempo. Verbale Fitness und Wachheit sind Grundvoraussetzung.

Punktesieg für das Orchester

Markus Werba gab sein Rollendebüt an der Wiener Staatsoper als unverwüstlicher Verführer. Eine gelungene Leistung: Der Bariton war der einzige Darsteller des Abends, der wirklich in Kontakt trat mit dem Orchester, der versuchte, den sinnbildlichen Ferrari im Graben zumindest kurz zu testen. Olga Bezsmertna agierte als Donna Elvira jedenfalls mit überzeugender Präsenz; Benjamin Bruns sang ein schönes "Dalla sua pace". Seine Donna Anna (Myrtò Papatanasiu) kämpfte wacker, um den Tod ihres Vaters (Dan Paul Dumitrescu) zu rächen, während Anatoli Sivko in der Rolle des Leporello die Rezitative ansprechend gestaltete. Kernig das Paar Zerlina (Virginie Verrez) und Masetto (Peter Kellner).

In Summe ein klarer Punktesieg für das Orchester. Geschmeidig im Klang, flink in der Reaktion, voll im Dienste Mozarts.