• vom 15.11.2018, 16:35 Uhr

Bühne

Update: 15.11.2018, 16:58 Uhr

Opernkritik

Mit Don Giovanni auf der Überholspur




  • Artikel
  • Lesenswert (4)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Marion Eigl


    Das Herz pocht, der Blick ist fokussiert, der Körper angespannt. Die Welt draußen rast vorbei, das Innenleben ist in Aufruhr. Wieder ist es passiert: Die Musik Mozarts ist unaufhaltsam durch alle Poren gedrungen. Gleich mit dem ersten Akkord des "Don Giovanni" hat sie zugeschlagen, das Staatsopernpublikum umfangen und weggetragen - ohne Vorwarnung, ohne Rücksicht auf Verluste. Dies ist selbstredend, wenn Adam Fischer am Pult steht. Das hervorstechendste Merkmal der von ihm geleiteten Aufführungen ist die musikalische Stringenz. Vor allem beim Tempo. Verbale Fitness und Wachheit sind Grundvoraussetzung.

    Punktesieg für das Orchester

    Information

    Oper
    Don Giovanni
    Von Wolfgang A. Mozart
    Wiener Staatsoper
    Wh.: 16. und 18. November

    Markus Werba gab sein Rollendebüt an der Wiener Staatsoper als unverwüstlicher Verführer. Eine gelungene Leistung: Der Bariton war der einzige Darsteller des Abends, der wirklich in Kontakt trat mit dem Orchester, der versuchte, den sinnbildlichen Ferrari im Graben zumindest kurz zu testen. Olga Bezsmertna agierte als Donna Elvira jedenfalls mit überzeugender Präsenz; Benjamin Bruns sang ein schönes "Dalla sua pace". Seine Donna Anna (Myrtò Papatanasiu) kämpfte wacker, um den Tod ihres Vaters (Dan Paul Dumitrescu) zu rächen, während Anatoli Sivko in der Rolle des Leporello die Rezitative ansprechend gestaltete. Kernig das Paar Zerlina (Virginie Verrez) und Masetto (Peter Kellner).

    In Summe ein klarer Punktesieg für das Orchester. Geschmeidig im Klang, flink in der Reaktion, voll im Dienste Mozarts.





    Schlagwörter

    Opernkritik, Staatsoper

    Leserkommentare




    Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


    captcha Absenden

    * Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


    Dokumenten Information
    Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
    Dokument erstellt am 2018-11-15 16:46:16
    Letzte Änderung am 2018-11-15 16:58:50


    Beliebte Inhalte

    Meistgelesen
    1. "Madame" ist gnadenlos
    2. Gegenwind für Donald Trump
    3. Banksy im Dino-Gebrüll
    4. Viel Luft nach oben in der Engelsburg
    5. Es war doch alles ganz anders
    Meistkommentiert
    1. "Selbstbewusst einen lauten Schas lassen"
    2. Menasse bekommt trotz Kritik Zuckmayer-Medaille
    3. Roman unter Wahrheitspflicht
    4. "Kammermusik ist fast wie Urlaub"
    5. Led Zeppelin: Als das Luftschiff fliegen lernte

    Werbung



    Der Deutsche gab am Pult im Goldenen Saal des Musikvereins den Kapellmeister Deluxe.

    Förderpreisgewinner Christoph Fritz mit Moderatorin Verena Scheitz und "vormagazin"-Chefredakteur Christoph Langecker. Peter Handke bei der Verleihung des 19. Wiener Theaterpreises "Nestroy" im Theater an der Wien. Hier mit dem Preis für sein Lebenswerk.

    Neo-Viennale-Chefin Eva Sangiorgi (links) mit der Regisseurin des Eröffnungsfilms Alice Rohrwacher Sozialdemokratische Kundgebung für das Frauenwahlrecht, Wien-Ottakring, 1913


    Werbung