Man kennt Ulrike Haidacher bisher als die eine Hälfte des Kabarettduos Flüsterzweieck. 2017 hat sie mit ihrer Partnerin Antonia Stabinger beim Österreichischen Kabarettpreis den Förderpreis bekommen. Nun wagt sie erstmals ein Solo-Programm. Der Titel: "Aus Liebe". Unter der Regie von Dieter Woll und motiviert und gestärkt durch Kollegen und Freunde, wie sie am Ende der Vorstellung verrät, steht sie also im Kabarett Niedermair diesmal alleine auf der Bühne. Und das mit Erfolg, das Premieren-Publikum war begeistert.

Das Programm beginnt kurios: Ulrike Haidacher fällt in Kritzendorf in die Donau. Glücklicherweise wird sie von einem eigenartigen Künstler aus der Donau gefischt. Der bezeichnet sie als "kleinen Wassermann" und lädt sie sogleich in seinen Partykeller ein. In den Katakomben des Hauses angelangt, steht die Protagonistin des Abends nicht nur dem Künstler gegenüber, der von sich selbst behauptet: "Alle jungen Schauspielerinnen wollen mit mir schlafen, aber ich bin profan." Ebenso ordinär und banal sind die Gäste aus der Mitte der Gesellschaft. Doch die Fassaden bröckeln. Mit einer ordentlichen Portion Humor und schauspielerischer Leistung serviert Ulrike Haidacher die widersprüchlichen und absurden Gedanken der Partygesellschaft (darunter etwa ein Pärchen mit "Biogemüsegesicht"). Und gerade kurz vor der Weihnachtszeit braucht es auch einen "Adventtreff für alle Leute, die Sie sehen sollten, aber nicht wollen". Die syrische Flüchtlingsfamilie kann man da auch gleich einladen.

Manchmal möchte man lachen, ist sich aber nicht ganz sicher, ob das auch wirklich angemessen ist. Ulrike Haidacher springt zwischen den Figuren hin und her. Dazu braucht sie keinerlei Utensilien, es bedarf lediglich ein wenig Konzentration seitens des Publikums, wenn die Kabarettistin etwa vom glücklichen Pärchen zur beruflich unglücklichen Verena (die sich im Widerspruch dazu als starke Persönlichkeit sieht) switcht. Erfordert es die Situation, schaltet Ulrike Haidacher dazwischen auch in den Erzählmodus um.

Das Themenspektrum ist vielfältig. Es geht um Feminismus und starke Frauen, um Opfer und Opfergaben und einiges mehr. Am Ende gelangt das Innere der Partygesellschaft zum Vorschein und verschwindet in die Kanalisation. Ein kurioses Schauspiel, das sich man durchaus auch ein zweites Mal anschauen kann. Einfach "Aus Liebe".