Wien. Im Theater an der Wien wurden zum 19. Mal die Nestroy-Preise verliehen, bei dem die besten Leistungen der vergangenen Theatersaison in Österreich sowie die beste Aufführung im deutschsprachigen Raum ausgezeichnet wurden. Durch den Abend führten Maria Happel, Viktor Gernot und Peter Fässlacher. Für das Buch zeichnet Nicolaus Hagg verantwortlich.

Den ersten Preis des im Bühnenbild der Barockoper "Teseo" mit Live-Bühnenorchester stattfindenden Galaabends durfte Caroline Peters entgegennehmen. Das deutsche Burgtheater-Ensemblemitglied erhielt den Nestroy als Beste Schauspielerin für ihre Rollen in Simon Stones "Hotel Strindberg", für die sie bereits in der Kritikerumfrage der Fachzeitschrift "Theater heute" zur "Schauspielerin des Jahres" gewählt worden war. Derzeit ist sie auch in Sönke Wortmanns Komödie "Der Vorname" im Kino zu sehen.

Die mit dem Ausstattungs-Nestroy ausgezeichnete Australierin Alice Babidge hatte die Bühne des Akademietheaters in das "Hotel Strindberg" verwandelt, ein dreistöckiges Puppenhaus, bei dem man pro Etage jeweils zwei Zimmer zu sehen bekommt, plus ein nüchternes Stiegenhaus an der rechten Seite. In den zwei Pausen fährt die aufgerissene Hotelfront scheinbar einmal ein Stockwerk höher, einmal eines tiefer. So bekommt man im Schlussakt auch Frühstücksraum und Rezeption zu Gesicht. Die vierte Wand zum Zuschauer existiert als Glaswand. Babidge bedankte sich bei Burgtheater-Direktorin Karin Bergmann für ihr Vertrauen und bei Regisseur Simon Stone für die Zusammenarbeit: "You are a genius!"

Der Nestroy für die beste Nebenrolle ging an die deutsche Schauspielerin Dörte Lyssewski, seit 2009/2010 Ensemblemitglied am Burgtheater. Sie wurde für ihre Darstellung der Annemarie Krause in der Akademietheater-Produktion "Vor Sonnenaufgang" von Ewald Palmetshofer nach Gerhart Hauptmann ausgezeichnet und bedankte sich vor allem bei Autor Palmetshofer und dem Regisseur Parizek.

Peter Simonischek als bester Schauspieler geehrt 

Peter Simonischek, beim Nestroy-Preis bereits mehrfach nominiert und auch mehrmals als Moderator im Einsatz, konnte seine erste Trophäe nicht persönlich entgegennehmen, da er infolge einer kurzfristigen Vorstellungsänderung an diesem Abend doch auf der Bühne stehen musste. An seiner Stelle nahm sein Sohn Benedikt den Preis entgegen und verlas Dankesworte des Vaters.

Simonischek, seit seiner Hauptrolle in "Toni Erdmann" auch im Filmgeschäft gefragt, wurde für seinen liebenswerten Patriarchen Afzal in der Akademietheater-Aufführung "The Who and the What" von Ayad Akhtar als bester Schauspieler geehrt.