Zwei unterschiedliche Gewalten treffen im Theater an der Gumpendorfer Straße erstmals aufeinander: das Grazer Theater im Bahnhof, dessen Spieler ihren Humor aus Unterspanntheit generieren, und das hochenergetische TAG-Ensemble. Regisseur Ed. Hauswirth hatte mit beiden schon Erfolge. Das gemeinsam entwickelte Stück heißt "Der Untergang des österreichischen Imperiums".

Es spielt im absoluten Jetzt, auch wenn die Figuren gerne in der Vergangenheit schwelgen, als sie noch gute Jobs hatten. Sie alle sind nämlich Journalisten, die traditionell jährlich in einer Villa am Semmering zusammenkommen.

Der Einzige, dem es gut geht, ist der slicke Markus (herrlich in Eigengeilheit schwelgend: Raphael Nicholas), denn der hat sein eigenes Volkskulturmagazin. Na Servus! Die anderen jammern, leben in Trennung und von mickrigen Tantiemen. Hauswirth und sein Team haben gründlich recherchiert, dringen tief in die Krise des Polit-Journalismus ein. Doch wollen sie zu viele Erkenntnisse und dazu noch Zwischenmenschliches ins Stück packen. Wohl gibt es große Momente, etwa wenn die Gruppe, die sich Handyverbot erteilt hat, Schreckensszenarien imaginiert. Oder einen grotesken Putzfetzentanz zu einer Original-Sebastian-Kurz-Rede vom Band hinlegt, zu der Lorenz Kabas sagt: "Ignorieren Sie diese Stimme!" Vieles an Geplänkel hingegen gestaltet sich zäh. Doch die Verheiratung der Ensembles klappt: Alle acht arbeiten einfach ihre jeweiligen Stärken heraus. Ein sehenswerter Abend, der aber Geduld und sehr spezifisches Interesse erfordert.