Die beiden Schwestern brillieren vor allem, wenn sie gemeinsam musizieren. - © WZ/Moritz Ziegler
Die beiden Schwestern brillieren vor allem, wenn sie gemeinsam musizieren. - © WZ/Moritz Ziegler

Was sich liebt, das neckt sich. Und: Zum Streiten gehören immer zwei dazu. Diese beiden uralten Sprüche sind bei den Zwillingen Birgit und Nicole Radeschnig Programm, und so ziehen sie auf der Bühne übereinander her, beschimpfen einander leidenschaftlich, schämen sich für die jeweils andere und ärgern sich, dass "Das war nicht ich, das war meine Zwillingsschwester" nicht zieht.

Die Arena des verbalen Zweikampfs ist vornehmlich das Internet, erweitert um die Nebenschauplätze Castingshows und Künstliche Intelligenz. Wobei die beiden natürlich nur vordergründung miteinander streiten. Hintergründig arbeiten sie sich nicht nur mit Hingabe am Zwillingsthema ab, sondern vor allem an all den anderen da draußen, die in den Sozialen Medien ihre Echokammern eingerichtet haben und Fake News verbreiten.

Musikalisch brillant

Wie das geht, exerzieren auch die Radeschnigs live vor, sei es durch den Beweis der Nichtexistenz Vorarlbergs ("Da gibt es Studien . . .") oder durch eine eigene Echokammer. Letztere gehört - ebenso wie ein gefälschtes Video einer Klassensprecherwahlkampfrede - zu den Höhepunkten des neuen Programms. Die Zwillinge brillieren vor allem dann, wenn sie gemeinsam musizieren (mit Klarinette und Ziehharmonika), singen und/oder rezitieren, wobei ihre Texte zwar oft boshaft bis dreckig sind, aber mit umso mehr Charme vorgetragen werden. Manches ist dabei recht penetrant, das aber wohl mit voller Absicht.

Einmal mehr erweisen sich die Schwestern als perfekt aufeinander abgestimmtes Duo (kein Wunder bei diesen Genen). Einziger Kritikpunkt: Die erste Hälfte (in der zweiten ist es dann besser) wirkt in den Übergängen nicht ganz rund und stottert ein bisschen. Was schade ist, denn die einzelnen Nummern sind nicht nur technisch einwandfrei, sondern auch höchst unterhaltsam.