Böse Königin mit Sheriff. - © D. Auer
Böse Königin mit Sheriff. - © D. Auer

Drei Filme haben seit den 1970er unser Bild von Robin Hood geprägt: Disneys Zeichentrick, "König der Diebe" mit Kevin Costner und Mel Brooks’ "Helden in Strumpfhosen". Das merkt man auch "Robin Hood" im Kindertheater Niedermair (positiv) an: Der erwachsene Beobachter findet im einstündigen Stück kleine Hommagen an alle drei Filme, ob nun zufällig oder absichtlich. Den Kindern ist das freilich egal, die zerkugeln sich vor allem über J-D Schwarzmann - Doppelrolle als treudoofer Dachs/Little John - und fiebern mit Robin Hood (Adrian Stowasser), der erst allmählich in seine Rolle hineinwächst, mit. Sein Antagonist, der Sheriff von Nottingham (Klemens Dellacher), ist ein ulkig aufgepumpter, intelligenzbefreiter Lackel.

Für jene, die schon den Disney-Film kennen, gibt es auch hier Tiere, wenn auch andere. Und statt vom kleinen Bruder des Richard Löwenherz (am Schluss nochmals J-D Schwarzmann) wird hier das Volk von einer richtig bösen Königin (Clara Diemling) ausgebeutet.

Umso liebreizender ist Maid Marian (Viktoria Hillisch ist außerdem eine echt süße Eule), die natürlich ebenso wenig fehlen darf wie spannende Szenen, die hier vor allem durch Slapstick glänzen: Das Duell auf der Brücke, der Raub der Geldsäcke aus der Kutsche, der Kampf gegen die Soldaten und insbesondere die wilde Flucht aus dem Kerker zeigen die schauspielerischen Fähigkeiten des Ensembles, das den Zeichentrickfiguren um nichts nachsteht.

Auf der anderen Seite Robin Hood (r.) mit Eule/Lady Marian und Dachs/Little John. - © Daniel Auer
Auf der anderen Seite Robin Hood (r.) mit Eule/Lady Marian und Dachs/Little John. - © Daniel Auer

Nur dass die fünf Darsteller ein Dutzend Figuren verkörpern, verlangt den Kindern einiges an Verständnis ab. Umso eingängiger ist die Geschichte, die sie erzählen, die sich zunächst um den Schutz der Natur dreht und danach die bekannten Themen Freundschaft, (Un-)Gerechtigkeit und Nächstenliebe behandelt. Mit einer Stunde hat das Stück auch genau die richtige Länge für das Zielpublikum (ab 5 Jahren), das hier voll auf seine Kosten kommt.