• vom 04.12.2018, 16:13 Uhr

Bühne

Update: 04.12.2018, 17:09 Uhr

Theaterkritik

"Zum wilden Mann" im Werk X-Petersplatz




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Von Petra Paterno

  • Raufbrüder

Bierseligkeit. - © Alex Gotter

Bierseligkeit. © Alex Gotter

Sechs Akteure, die Gesichter schwarz-weiß geschminkt, als würden sie in einem expressionistischen Film der 1930er Jahre mitwirken, stehen an der Bühnenrampe und brüllen irgendetwas Haarsträubendes über Werte, Heimat, Ehre und Vaterland. Wie eine Maschinengewehrsalve kommt der Redeschwall über die Rampe. Der kleine Theaterraum des Werk X-Petersplatz bebt fast unter der Last des Geschreis. Die Aufführung "Zum wilden Mann" wird ihrem Titel gerecht - und kommt ziemlich testosterongeladen daher.

Die Theaterformation "Handicapped Unicorns" setzt sich in der knapp 80-minütigen Stückentwicklung in der Regie von Ursula Leitner mit dem Bedrohungspotenzial von Burschenschaften auseinander. Auf der Suche nach einem letzten Bier landen die schon reichlich illuminierten Mitglieder der fingierten Burschenschaft "Dekadenzia zu Wien" im Gasthaus "Zum wilden Mann". In der Kaschemme mit dem links-gemütlichen Wirt und der montenegrinischen Kellnerin eskaliert die Situation zunehmend.

Information

Zum wilden Mann
Werk X-Petersplatz
Wh.: bis 8. Dez.

Grundlage für diesen atemlosen Abend bildet dokumentarisches Material, aus dem das Team eine zwar etwas holzschnittartige, aber doch recht eindrückliche Textfassung erstellt hat. Sören Kneidl, Sebastian von Malfèr, Martin Purth, Bernhard Georg Rusch, J-D Schwarzmann und Matthias Tuzar agieren grandios als selbstherrliche Übermenschen. Ein beunruhigender Theaterabend.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2018-12-04 16:25:39
Letzte Änderung am 2018-12-04 17:09:26


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