Beim "Familientreffen" mit Mike Spuancic wird es ordentlich zur Sache gehen. - © Ludwig Rusch
Beim "Familientreffen" mit Mike Spuancic wird es ordentlich zur Sache gehen. - © Ludwig Rusch

Freunde kann man sich aussuchen, Verwandte nicht. Insofern hatten die alten Römer schon recht, wenn sie sie "necessarii" (also quasi "Notwendige") nannten. Kein alter Römer, sondern ein nicht mehr ganz junger Steirer rechnet in seinem neuen Kabarettprogramm mit der (fiktiven) Verwandtschaft ab. Und so ist im Pressetext zu Mike Supancic' "Familientreffen" über die liebe Familie, die hier zusammenkommt zu lesen: "Diese einzigartige Gemeinschaft ist so heiß wie eine Feuerwehr aus lauter Brandstiftern." Da treffen Typen aufeiander, bei denen es eigentlich nur zur Eskalation kommen kann. Das ist aber alles nur erfunden, beruhigt Supancic im Interview vor der Premiere am 30. Jänner im Wiener Stadtsaal.

"Wiener Zeitung": Wie haben Sie Weihnachten verbracht? Mit der Familie, wie Sie sie im neuen Programm beschreiben?

Mike Supancic: (lacht) Nein, es war ruhig und beschaulich mit meiner Frau und meinem Sohn. Vor allem, weil ich ja jetzt dann Premiere habe, da fangen nächste Woche die Vorpremieren an. Insofern habe ich Weihnachten mit dem Textmanuskript unter dem Christbaum verbracht. Wir haben ganz gemütlich Fondue gegessen, und dann bin ich wieder Text lernen gegangen, habe meinen Sohn ums Playstation spielen beneidet und meine Frau ums Bücher lesen. Aber das ist halt mein Job. Hätte ich im Herbst Premiere gehabt, hätte ich auf die schöne Sommerzeit verzichten müssen, da ist es mir lieber, wenn ich im Winter zuhause bin.

Wie authentisch sind die ganzen Tanten und Onkel, die Sie beschreiben?

Das ist alles rein erfunden, die Figuren haben keine realen Vorbilder. Meine Familie in einem Programm zu verarbeiten, würde ich mir nicht antun. Natürlich kommen Typen vor, bei denen sich das Publikum denken wird: So einen kenne ich auch.

Wenn man solche Stereotypen bedient, besteht aber auch eine gewisse Gefahr, in platte Klischees zu rutschen und das Publikum womöglich zu langweilen.

Da braucht man möglichst skurrile Figuren, die nicht jedem einfallen. Es dürfen also kleine schlichten Klischees sein, da kann man ruhig auch ein bisschen übertreiben. Es ist jedenfalls keine ganz normale Familie, die ich da spiele.