Éva Zabezsinszkij gehört derzeit zu den profiliertesten ungarischen Dramatikerinnen. Die 40-Jährige packt mit Vorliebe gesellschaftspolitisch brisante Themen an und spitzt diese als bizarre Farce zu. Bekannte ungarische Regisseure wie Kornél Mundruczó und Árpád Schilling arbeiten mit ihr zusammen.

Nun kam ihr gemeinsam mit Schilling verfasstes Stück "Tag des Zorns" als Koproduktion mit der neuen bühne villach im Wiener Theater Drachengasse heraus. "Tag des Zorns" prangert das ungarische Gesundheitswesen und die grassierende Korruption an.

Anhand von drei Frauengenerationen - Babett Arens, Suse Lichtenberger und Simone Leski - wird die Perspektivlosigkeit und bittere Armut dargestellt, die vor allem alleinerziehende Frauen in Ungarn trifft. "Tag des Zorns" erweist sich als wüste Kolportage, voll mit drastischen Wendungen.

Mercedes Echerer, Schauspielerin und ehemalige EU-Parlamentarierin, müht sich bei ihrem Regie-Debüt mit der diffizilen Vorgabe redlich ab. Doch die Spielweise, die hier alles bierernst nimmt, wirkt wie aus der Zeit gefallen. Die zweistündige Aufführung ist daher bleischwer geraten.