Maxie Wander hat mit "Guten Morgen, du Schöne" 1977 ein Buch veröffentlicht, das die damalige Frauenliteratur verändert hat. Die dokumentarischen Aufzeichnungen von Frauen jedes Alters und jeder Schicht aus der DDR, die über ihre Alltagserfahrungen und Befindlichkeiten Auskunft geben, war eine Sensation. Ein Buch wie ein Gespräch mit einer Freundin.

Die deutsche Autorin und Regisseurin Amina Gusner nimmt in ihrem jüngsten Theaterprojekt, "Jetzt müssen wir auf morgen warten", das nun im Wiener Kosmos Theater uraufgeführt wurde, Maß an Maxie Wander. Grundlage der Stückvorlage waren auch hier Gespräche mit Frauen. Das Ergebnis erschöpft sich jedoch in einer zerfransten Szenenfolge, einer Tour de force durch vermeintliche Frauenthemen vom Abnehmen bis zur Selbstachtung, von Heirat bis Scheidung, von Überforderung mit dem Nachwuchs bis zum unerfüllten Kinderwunsch.

Die Schauspielerinnen Claudia Kottal, Anna Kramer und Constanze Passin geben mit Spielfreude das Freundinnentrio auf der beinahe leer geräumten Bühne zum Besten. Die Lacher sind ihnen aufgrund kabarettistischer Pointen gewiss. Aber das Frauenbild, das dieser Abend mit sattsam bekannten Klischees durchspielt, ist erschreckend retro.