Auf welcher Seite er politisch steht, ist bei Max Uthoff von Anfang an klar. - © Michael Palm
Auf welcher Seite er politisch steht, ist bei Max Uthoff von Anfang an klar. - © Michael Palm

Vor ganz genau fünf Jahren hat das ZDF erstmals "Die Anstalt" mit Max Uthoff und Claus von Wagner ausgestrahlt. Pünktlich zum Jubiläum der Nachfolgesendung des Satireformats "Neues aus der Anstalt" war nun Uthoff auch live zu erleben, und zwar an zwei Abenden im ausverkauften Wiener Stadtsaal. In jener Stadt, in der der Jurist und Kabarettist (dessen Eltern das Münchner Rationaltheater führten) vor gut 30 Jahren drei Semester verbracht hat. Und im Gegensatz zu manch anderen Gästen aus Deutschland, die mal eben ihr Programm auch bei den südlichen Nachbarn spielen, ohne sich groß darauf vorzubereiten, hat Uthoff seine Hausaufgaben gemacht, Fleißaufgabe inklusive.

Vor allem die erste Halbzeit ist zu weiten Teilen auf Österreich zugeschnitten, auch wenn es einiger Aufwand für zwei Abende gewesen sein muss. Was die Wiener von ihm bekommen, ist beinhartes Politkabarett, bei dem man auf politische Korrektheit lange warten kann. Dafür gibt es bittere Wahrheiten, speziell wenn er dem Publikum die Flüchtlingskrise und die Globalisierung erklärt, indem er es selbst in einen globalen Norden und Süden teilt. Spätestens da kann einem eigentlich nur schlecht werden.

Aber Uthoff hat bereits zu Beginn klargestellt, dass sein Publikum an diesem Abend nicht das bekommen werde, was es gerne hätte - sondern dass die rund 400 Leute im Saal dafür bezahlt haben, dass sie ihm zwei Stunden lang ausgeliefert sind und sich anhören, was ihm wichtig ist. Dass sie damit einverstanden sind, wird spätestens dann klar, als sie eine Brandrede Uthoffs über das Reisen in Zeiten von Social Media mit Applaus unterbricht. Auch sonst nicken immer wieder viele Köpfe beifällig, wenn er seinem Grant freien Lauf lässt und Dinge beim Namen nennt, die für einen witzigen Gag zu ernst sind. Zum Lachen gibt es wenig, wenn er seinen Finger tief in die Wunde hineindrückt, dass der Eiter nur so herausspritzt. Und dann sind da noch die kleinen, feinen Bemerkungen, die Uthoff so sympathisch machen. Wenn der 51-Jährige etwa Netflix mit seinen tausenden sofort verfügbaren Filmen und Serien alt aussehen lässt gegenüber der einen neuen "Wickie"-Folge pro Woche, der er als Kind in den Siebzigern tagelang entgegenfieberte.

Und die Moskauer Hunde, die seinem Programm den Namen geben? Nun, die kommen rudimentär vor. Aber der Titel ist eigentlich auch nicht so wichtig - Hauptsache, der Inhalt stimmt. Und das tut er bei Uthoff auf jeden Fall.