Heldenhaft: Daniel Behle als Matteo. - © Staatsoper/Michael Pöhn
Heldenhaft: Daniel Behle als Matteo. - © Staatsoper/Michael Pöhn

Die Wahrsagerin der Gräfin Waldner sollte wieder einmal recht behalten: Die Karten lagen günstig, und das nicht nur für die Handlungsträger von Richard Strauss’ "Arabella", sondern insgesamtfür den Repertoire-Abend an der Wiener Staatsoper. Emily Magee verlieh der adeligen Titelheldin viel reife Dramatik in der Stimme, dabei auch eine wissende Abgeklärtheit. Diese nüchterne Komponente (zu hören etwa in dem Satz an den Verlobten "Das war sehr gut, Mandryka") machte die eigentliche Faszination der Aufführung aus.

Reibungsloses Zusammenspiel

Neben Magee überzeugte der Mandryka von Tomasz Konieczny: kein tölpelhafter Verehrer vom Land, sondern ein souveräner Beherrscher der Bühne. Damit war klar, dass er das Brautwerben für sich entscheiden würde - obwohl die Konkurrenten Grafen Elemér (Michael Laurenz), Dominik (Rafael Fingerlos) sowie Lamoral (Peter Kellner) gesanglich kaum Wünsche offen ließen. Ebenso überzeugend agierte Daniel Behle erstmals als heldengleicher Matteo an der Seite von Chen Reiss als Zdenka. Wolfgang Bankls dekadenter Rittmeister Waldner riss das Publikum hin, und Stephanie Houtzeels Adelaide überzeugte mit präziser Stimmführung und neckischem Habitus.

So entstanddank bestem Zusammenspiel ein berührender Abend in der klassischen Regie von Sven-Eric Bechtolf und der Ausstattung von Rolf und Marianne Glittenberg; Daniela Fallys Koloraturauftritt als Fiakermilligeriet zum humoristischen Höhepunkt. Intensiv agierte auch das Staatsopernorchester unter Dirigent Axel Kober: Es verlor trotz raffinierter, kammermusikalischer Momente nie die große Linie in dieser reifen Partitur. Enthusiastischer Applaus.

Oper

Arabella

Mit Tomasz Konieczny, Emily Magee, Daniel Behle u. a.

Wiener Staatsoper

Wh.: 5. und 8. Februar