Nach dreijähriger Pause ist Alf Poier ab 18. März mit seinem neunten Kabarettprogramm "Humor im Hemd" wieder auf Österreichs Bühnen unterwegs. Wer im Vorfeld Lust auf Schmankerl aus 20 Jahren Poier hat, kann sich mit der DVD "The making of Dada" hinüberretten.

Mit sehr viel Selbstironie blättert der Kabarettist darin als 51-Jähriger in seinem Tagebuch aus dem Jahr 1985. Wirklich lustig ist das nicht, aber erhellend - sofern das Tagebuch authentisch ist. Aber selbst wenn es fiktiv sein sollte, so dient es Papier doch als Vehikel, um sein kabarettistisches Gesamtwert zu erklären. Er singt seine alten Lieder: "Grauenhaft! Nicht einmal der Gabalier singt so einen Scheißdreck." Bevor er gehaltvolle Balladen auspackt. Und es wird entlarvend: "Niemand wollte meine Lieder produzieren - bis ich mich zum Dodel gemacht hab."

Er zeichnet seinen Weg nach vom Tanzmusikschlagzeuger, der die Matura versemmelt hat, zum Kabarettisten, der froh ist, dass er nicht in einem Bürojob gelandet ist. Dazwischen hatte er eine kurze Läuferkarriere: "Ich bin aus reiner Faulheit schnell gerannt. Je früher ich im Ziel war, desto eher hätte ich meine Ruhe." Er blickt zurück auf seine frühen Zwanziger als Jobhopper und ein seelisches und existenzielles Tief in den Neunzigern, bevor er Als Kabarettist durchstartete.

In der zweiten Halbzeit zeigt er dann sein Werk auf einer Riesen-Leinwand. Die Bilder hat er bereits 2015 im Bank Austria Kunstforum ausstellen dürfen. Da ist er richtig ernsthaft - absurder Humor hin oder her -, wenn er seine Kunst erläutert. Viele Bilder kennt man bereits aus seinen Programmen, von "Kamikaze" bis "Muku-Muku". Sein Leben bringt er am Ende mit seiner persönlichen Hymne auf den Punkt: "I war a Leben lang a Kasperl..."