- © Maria & Andreas Altmann
© Maria & Andreas Altmann

Dass Angelika Niedetzky kein Problem damit hat, aus sich herauszugehen und sich zum Affen zu machen, weiß die Neigungsgruppe Comedy bereits seit ihren Auftritten in der ORF-Serie "Echt fett" (2003 bis 2007). Mit derselben Leidenschaft steht sie jetzt auf der Kabarettbühne. Große Emotionen sind ihr jedenfalls wichtig, weshalb sie ihr neues Programm folgerichtig "Pathos" genannt hat.

Und so plädiert sie für mehr Leidenschaft in allen Lebenslagen - sei es in der Beziehung oder auch beim Furzen im Lift, nach dem Motto: "Wenn schon, dann laut und leidenschaftlich." Warum sich Niedetzky dem Thema Pathos so explizit widmet? "Weil uns nicht alles wurscht sein soll, sondern es soll wieder mehr um die Wurst gehen!" Das versucht sie ihrem Publikum zwei Stunden lang zu vermitteln und will auch eine Hilfestellung geben, um mit den kleinen Widrigkeiten des Lebens besser klarzukommen. Niedetzky arbeitet sich dabei an diversen Alltagsärgernissen ab.

Gottseidank ist die Pubertät Geschichte

Breiten Raum nimmt aber auch die Pubertät ein, und zwar sowohl jene der aktuellen Generation Smombie - inklusive Influencer - als auch ihre eigene in den Neunzigern. Mit Schaudern und viel Selbstironie wirft Niedetzky einen gar nicht wehmütigen Blick zurück auf die eigene Jugend und freut sich darüber, dass aus dem schiachen, unausstehlichen Pubertier eine fesche, sympathische Frau geworden ist.

So wirklich lustig sind übrigens manche Dinge, die sie da erzählt, inhaltlich gar nicht. Sie bringt sie aber so witzig auf die Bühne, dass das Lachen dann doch nicht im Hals stecken bleibt. Bei all dem geht sie jedenfalls mit sichtbar großer Leidenschaft zu Werke, auch wenn sie singt. Und selbst Technikausfälle können ihrer Spielfreude nichts anhaben. Im Gegenteil: Beim spontanen Überspielen läuft sie zur Hochform auf.