Dass der Mensch sich an den Teufel verkauft, ist eine alte Fabel, die immer wieder neu zu faszinieren vermag. Angefangen von Faust, der seine Seele verkauft, über Peter Shlemihl, der seinen Schatten auf diese Weise loswird, bis hin zum Kinderroman "Timm Thaler", in dem ein Waisenjunge einem gewissen Baron Lefuet, ein Ananym für Teufel, sein Lachen verkauft - und es nach allerlei Abenteuern und Wirrnissen wieder zurückgewinnt.

Der Roman von James Krüss erschien 1962, ist randvoll mit Kapitalismuskritik und war von Anfang ein Kinderbuchhit. 2017 wurde die Vorlage etwa von Andreas Dresen verfilmt, nun ist der Stoff im Theater der Jugend, im Renaissancetheater zu sehen.

Das erprobte Ensemble rund um die Hauptdarsteller Stefan Rosenthal als Timm Thaler und Uwe Achilles als Baron, hat in der Aufführung für Kinder ab sechs Jahren die Regie selbst übernommen, nicht zum Nachteil des Unternehmens. Das achtköpfige Team versteht es, zwei Stunden lang die Spannung aufrechtzuerhalten. Die Geschichte wird pointiert und präzise erzählt. Das Bühnenbild nach Entwürfen von Christian Kiehl hält sich angenehm zurück, tritt in Aktion, wenn es nötig ist - für eine Weltreise werden etwa Videobilder eingeblendet. Insgesamt also eine durchaus runde Sache.