Ilona Revolskaya als menschliche Maschine. - © H. Prammer
Ilona Revolskaya als menschliche Maschine. - © H. Prammer

Die Kammeroper hat sich schon des Öfteren als geschickt erwiesen, wenn es darum geht, nicht zusammengehörende Elemente aneinanderzuhängen und daraus etwas Neues zu kreieren. So auch diesmal: In "L’enfant/Olympia" wird die Musik von Ravel und Offenbach ("Les contes d’Hoffmann") zusammengespannt und siehe da: Es funktioniert!

Hilfreich ist dabei, dass Hoffmanns literarische Vorlage Traumwelten und ein Hin und Her in der Zeit ermöglicht. So steht der große Hoffmann zu Beginn vor einem Peep-O-Rama und lässt sich, nachdem er die Münze eingeworfen hat, in seine eigene Erinnerung entführen. Er wird als Kind gezeigt (gesungen von der sich steigernden Tatiana Kuryatnikova), das in wütenden Momenten auch einmal sein Zimmer zerlegt. Als jedoch die zerstörten Gegenstände zum Leben erwachen und ihn anklagen, bereut er zu Ravels "L’enfant et les sortilèges" sein Verhalten. Teekanne, Uhr und Lehnsessel lauschen ihm andächtig, der Frosch am See quakt gemütlich vor sich hin. Es sind zauberhafte Bilder wie diese, die diesen Opernabend auszeichnen. Komplimente an dieser Stelle an die Kostüm- und Bühnenbildnerin Eva-Maria van Acker. Ihre starken Bilder tragen die Vorstellung zu einem nicht unbeachtlichen Teil mit.

Im zweiten Teil begleitet man den großen Hoffmann (passabel gesungen von Quentin Desgeorges) dabei, wie er sich in Olympia verliebt, die sich jedoch als Maschine entpuppt. Besonders glanzvoll hier Ilona Revolskaya (als Olympia), die stimmlich alle anderen überstrahlt und es dazu schafft, die stockend-mechanischen Bewegungen ihres Puppendaseins mit geschmeidigem Gesang, dynamisch ausgeglichen und nuancenreich, zu verbinden.

Auch wenn die Feinkoordination hie und da noch hinkt (etwa in der Choreographie, oder auch im Orchester): ein rundum stimmiger Kammeropernabend.