Valentina Nafornita überzeugte als Susanna. - © Staatsoper/M. Pöhn
Valentina Nafornita überzeugte als Susanna. - © Staatsoper/M. Pöhn

Das war echter Mozart, wie er im Buche steht: spritzig, agil, voller frecher Dialoge. Und keine Minute ließ die Musik das Publikum los. Genau dafür stand das Staatsopernensemble bereits am ersten Abend der aktuellen "Figaro"-Serie - jüngst gewesenes Opernballfeiern hin oder her.

Ein Zusammenspiel par excellence zwischen Orchester und Sängern begegnete den Gästen des Abends: Mit höchster Akkuratesse bewegten sich die Sängerinnen und Sänger des ersten Hauses am Ring durch das sozialkritische Spiel vom Sieg der Frauen über die Männer, vom Untergang des alten Feudalpatriarchats zugunsten der aufgeklärten Bürger. Da änderten Jean-Louis Martinotys immer noch wackligen Blumentapisserie-Bilder in der 50. Aufführung der Inszenierung nichts. Zum Glück.

Sonor im Bass, leicht in den Höhen verlieh Jongmin Park dem Figaro beste Stimme. Valentina Nafornita stand ihm als stimmlich und darstellerisch ebenso souveräne Susanna zur Seite. Olga Beszmertna lieh der Contessa ihr erhebend reifes Timbre - so schön traurig erklang die "Porgi amor" Cavatine selten in letzter Zeit. Ein neuer Graf verletzte sie gekonnt: Alessio Arduini gab erstmals einen grundsoliden Almaviva, der in Folge noch mehr aus sich herausgehen wird. So entstand Höchstspannung im gräflichen Boudoir.

Alle Rollen machten in dem Spiel deutlich, dass für eine gelungene Aufführung gerade in Mozarts Komplexität jede einzelne Stimme zählt. Bravouröse Rollendebüts von Virginie Verrez (Cherubino) und Stephanie Houtzeel (Marcellina) wurden von Hauslieblingen wie Herwig Pecoraro (Basilio), Maria Nazarova (Barbarina) und Sorin Coliban (Bartolo) unterstützt.

Der Verve und umgesetzter Wille zur gemeinsamen Perfektion war rundum spür- und hörbar. Dank an Maestro Sascha Goetzel und Staatsopernorchester für diesen mozärtlichen Lichtblick!