Elina Garan a. - © apa/Techt
Elina Garan a. - © apa/Techt

Schwer zu sagen, was mehr beeindruckt: Ihre perfekte Verkörperung des nordischen Schönheitsideals oder ihre Offenheit im Gespräch - wer Elina Garanča gegenüber sitzt, vermag sich ihrer Ausstrahlung nur schwer zu entziehen. Als Künstlerin zählt die lettische Mezzosopranistin zu den bedeutendsten und gefragtesten Sängerinnen.

An der Staatsoper übernimmt die Wahl-Wienerin nun in Mascagnis "Cavalleria Rusticana" für eine Vorstellungsserie die Rolle der Santuzza. Im Juni ist der Opernstar dann mit einem Arienabend im Konzerthaus zu erleben.

Die "Wiener Zeitung" sprach mit Elina Garanča über den ewigen Honeymoon und ihre jüngst veröffentlichte Biografie "Zwischen den Welten".

"Wiener Zeitung": Was hat Sie dazu bewogen, bereits in jungen Jahren eine Biografie zu verfassen?

Elina Garanča: Ich fühle mich im Herzen wie eine 70-Jährige. Nein, im Ernst: Man hat mich angesprochen, ob ich nicht aus dem Leben heraus, mit meinen jetzigen Empfindungen über meine Karriere schreiben möchte: So geht es einer Sängerin, die Familie und zwei Kinder hat, das sind Probleme, die ich täglich erlebe und bewältige. Und so auch zu zeigen, wie sich eine Karriere langfristig aufbauen lässt und wie man Beruf und Privatleben vereinbart. Dahinter steckt schwere Arbeit, die viel Disziplin verlangt.

Das hat Sie daran gereizt?

Wenn man ein öffentliches Leben führt und erfolgreich ist, wird irgendwann vielleicht jemand ein Buch über dich schreiben wollen. Bevor das passiert, schreibe ich doch lieber selbst über mich. Und gerade weil ich als Lettin damals in ein mir völlig fremdes Land gegangen bin, wollte ich gern auch von diesen Anfängen erzählen: Wie war das für mich, nach Deutschland zu kommen? Wie habe ich hier meine ersten Rollendebüts erlebt? Wie ist mit eine Karriere gelungen? Ich bin eigentlich sehr schüchtern, was etwa die Sozialen Medien angeht. Instagram und Facebook, das sind nicht wirklich meine Plattformen. Ich denke einfach nicht darüber nach und finde es eigentlich auch merkwürdig, mein Leben immer durch die Kamera zu fixieren: Ich will die Welt mit beiden Augen sehen und nicht auf einen kleinen Screen reduzieren.

Deshalb haben Sie dann lieber die Buchform gewählt.

Habe ich etwas zu sagen, dann sage ich es über ein Buch, in Interviews oder gehe auf die Bühne und brülle es in einer Arie aus mir heraus. Alles andere ist doch nur künstlich - und warum sollte es jemand interessieren, ob ich jetzt Kotelett oder Wiener Schnitzel gegessen habe.