Wer ist Gregor Seberg? Vielleicht klingelt es bei "Soko-Donau". Als Oberstleutnant Helmuth Nowak stand er jahrelang (13 Staffeln) für die heimische Serie vor der Kamera, Ende 2017 ein letztes Mal. Jetzt ist der gebürtige Grazer mit seinem neuen Kabarettprogramm "Wunderboi" unterwegs.

Bei der Premiere in der Wiener Kulisse wundert er sich über den Gang der Geschichte: Eigentlich hätte doch längst ein Supervirus, die Erderwärmung oder unser Essen die Menschheit auslöschen müssen. Weil dem nicht so ist, kann er uns den Spiegel vorhalten und ein düsteres Bild skizzieren. Seberg sucht Antworten, tritt immer wieder mit dem Publikum in Dialog, zeigt gemeinsam mit einem Kollegen außerdem kurze Slapstick-Einlagen im Stil von Stan Laurel und Oliver Hardy.

Aber es ist auch ein Abend mit schwarzem Humor und grenzwertigen Anspielungen. Etwa, wenn Seberg seiner ersten Liebe hinterherläuft und die es nicht mitbekäme, wenn ihn ein Lkw überrollt. Wo wir auch schon beim Abbiege-Assistenten und bei der amtierenden Regierung sind. Hier fährt Seberg die Krallen aus, wenngleich ein wenig einseitig: Die Opposition lässt er unerwähnt. Aufgelegte Pointen bleiben in Erinnerung, zu Tempo 140 auf der Autobahn, Sicherungshaft und den Polizeipferden. "Vielleicht bekommen die ersten zwölf einen Kalender? Nackt bis auf den Sattel." Letztgültige Antworten kann Seberg natürlich nicht liefern, regt aber jedenfalls zum Nachdenken an und erinnert mit einer letzten Pantomime an eine erfreuliche Tatsache: Die Welt ist schön.