Auch der Teufel kommt bei Werner Brix vor - und betont, dass er nichts dafür kann und wir schon selbst schuld sind an unseren Miseren. - © www.brix.at
Auch der Teufel kommt bei Werner Brix vor - und betont, dass er nichts dafür kann und wir schon selbst schuld sind an unseren Miseren. - © www.brix.at

Sein kabarettistisches Schaffen stellt Werner Brix in seiner Presserabeit unter das Motto: "Humor mit Hirn". Letzteres hat er kiloweise in sein aktuelles Programm "friss & stirb" gepackt. Da werden schonungslos schwere Gedanken gewälzt, vor allem über unseren Umgang mit Mutter Erde. Und der Konsumidiot - mit dem Ernährungsmantra: "Billig, billig muss es sein, ich brauch mein Geld fürs iPhone" -, als den sich Brix selbst entlarvt, hält auch seinem Publikum den Spiegel vor.

Es geht aber nicht nur um diverse Auswüchse des globalisierten Massenverbrauchs von Ressourcen, sondern Brix beackert auch das Feld des Politkabaretts (vornehmlich international angehaucht), ehe er in einen Generationenkonflikt hineinstolpert und seiner Tochter vorwirft: "Wir haben das Internet erfunden, ihr habt ein Kinderspielzimmer daraus gemacht!"

Überhaupt hadert er mit der Digitalisierung, sei es beim Hemdenkauf oder beim Zusammenstellen eines Wurstsemmerls (am Ende geht er offline zum Fleischhauer). Dazwischen gibt er eine sehr kreative Antwort auf die Frage, wer denn wohl das mächtigste Wesen auf dem Planeten sei.

Zynisch, intellektuell, zäh

Wer sich einen heiteren Abend erwartet, ist bei Brix fehl am Platz. Der begnadete Grantler serviert nämlich schweren Zynismus ohne auflösende Pointen, mit ganz hoch erhobenem Zeigefinger: intellektuell, philosophisch und mitunter auch ein bisschen zäh. Aber wenn er an der Loop Station rappt, geht die Post ab, nicht nur bei der deftigen Zugabe.