Hatte man in den ersten drei Episoden das Personal des neuen Formathybrids kennengelernt, sind sie nun, in Folgen 4 bis 6, alle wieder da, noch böser, schriller und liebenswerter: Herbert Swoboda, der sympathisch-unbedarfte Wiener Versicherungsmakler, und die kleine Gruppe an Menschen, die sein bislang farbloses Dasein zwischen Eigenheimsofa und Therapiecoach dank neuer Aufgaben als Bruno-Kreisky-Doppelgänger um eine ganze Ladung für alle Beteiligten folgenreicher Werbesports aufregender gemacht haben.

Yosi Wanunu, Serien-"Creator", Regisseur und Moderator des "Live-Drehs", an dem das Publikum seinen obligaten Anteil durch vorgegebenes Lachen und Klatschen hat, gelingt hier ein Spagat von beeindruckender Komplexität. Alles stimmt an dieser Sitcom, vom existenziellen Grundton eines Lebens in der Dauerschleife über den genussvollen Zustand der Erschöpfung aus Langeweile bis hin zu den kleinen und großen Absurditäten, in denen sich das Ensemble mit grandioser Souveränität verwickelt.

Und doch ist hier weit mehr als nur seichte Vorabendprogrammrhetorik verpackt. Wenn Malboro-Kreisky-Swoboda "Clopapier in Rot-Weiß-Rot", Zigaretten hoch zu Pferd oder Trend-Sneakers für die Ruhelage bewirbt, geht diese Sitcom weit über sich hinaus und trifft das existenzielle Nichts politischer Alltagsrhetorik so punktgenau wie sie genreinhärent ihre Witze verfehlt.