Wien. Die Staatsoper feiert ihren 150. Geburtstag mit einem üppigen Aufgebot. Bücher und Ausstellungen beleuchten die Vergangenheit, eine illustre Premiere sorgt für Gesprächsstoff und ein hochkarätiges Open-Air lädt zum Mitfeiern bei freiem Eintritt. "Es gibt keine andere Stadt, der ihre Oper so wichtig ist wie Wien", freut sich Direktor Dominique Meyer.

Das Festprogramm erstreckt sich über das Wochenende vom 25. und 26. Mai. Am Samstagvormittag wird statt eines Festaktes eine Matinee abgehalten: Ensemblemitglieder, Chor, Bühnenorchester, aber auch Backstage-Mitarbeiter werden zu Wort kommen. Am Abend öffnet sich der Vorhang für die "Frau ohne Schatten" - genau 100 Jahre, nachdem das Werk hier unter der Direktion ihres Komponisten Richard Strauss uraufgeführt wurde. Mit Nina Stemme, die ihr Rollendebüt gibt, Camilla Nylund und Evelyn Herlitzius sei eine "Traumbesetzung" verpflichtet worden, sagt Meyer. Christian Thielemann wird aus der originalen Uraufführungspartitur dirigieren; die Inszenierung übernimmt der weitgehend unbekannte junge Regisseur Vincent Huguet.

Christian Thielemann leitet die Jubiläumspremiere. - © apa/Gindl
Christian Thielemann leitet die Jubiläumspremiere. - © apa/Gindl

Weil das Geburtstagsfest "nicht nur das Premierenpublikum" erreichen soll, erwirkte Meyer beim Bürgermeister, dass der Ring einmal für und nicht zum Leidwesen der Oper gesperrt wird. Am Sonntag findet ab 20.30 Uhr ein starträchtiges Freiluftkonzert am Karajan-Platz statt: Neben Stemme und Nylund sind unter anderem Jonas Kaufmann, Sonya Yoncheva, Tomasz Konieczny, Erwin Schrott, Roberto Alagna und Günther
Groissböck im Rahmen eines Potpourri-Programms im Einsatz.

Neben zwei Ausstellungen, die die Opern- und Ballettgeschichte würdigen (zu sehen im Haus am Ring beziehungsweise im Theatermuseum), wurde ein ambitioniertes Publikationsprojekt gestartet: Die zweibändige "Geschichte der Oper in Wien", herausgegeben vom Historiker Oliver Rathkolb, lädt mit Essays dazu ein, sich in die Vergangenheit zu vertiefen; hinzukommen zwei prunkvolle Publikationen, die die Baugeschichte des ursprünglichen Hauses sowie des Wiederaufbaus nach 1945 minutiös dokumentieren.