Wien. Es ist ein Klassiker der Nicht-Erwachsen-Werden-Wollen-Literatur: "Peter Pan" von James Matthew Barrie. Die Choreografin und Ballettchefin der Volksoper, Vesna Orlic, hievt nun die Geschichte des ewigen Jungen mit seinem Gegenspieler Captain Hook als Großspektakel auf die Bühne, Uraufführung ist am 11. Mai. Im Gespräch verrät sie, weshalb kurzzeitig aus "Peter Pan" ein "Peter Panik" wurde.

"Wiener Zeitung": Wieso gerade "Peter Pan" als Ballett? Die vielen Charaktere, Flugszenen, Schiffe fordern einen enormen Aufwand.

Vesna Orlic: Das Thema des Erwachsenwerdens, der Diskrepanzen zwischen Eltern und Teenagern verliert nie an Aktualität. "Peter Pan" war noch nie an der Volksoper zu sehen und ich habe die perfekten Tänzer dafür. Sie sind kreativ, vielseitig und schauspielerisch sehr begabt. Keisuke Nejime mit seinen großen, kraftvollen Sprüngen, der aussieht wie ein sehr junger Tänzer, aber in Wahrheit sehr erfahren ist, ist der perfekte Peter Pan. Ich war mit Manuel Legris bei Proben im Ballettsaal und als ich Nejime springen sah, sagte ich spontan: Peter Pan. Dann habe ich sofort ein Leuchten in Legris Augen gesehen und es war beschlossen.

Vesna Orlic ist Choreografin und Ballettchefin an der Volksoper. - © Elisabeth Bolius
Vesna Orlic ist Choreografin und Ballettchefin an der Volksoper. - © Elisabeth Bolius

Was war zuerst? Der Tänzer als perfekter Peter Pan, oder die Idee des "Peter Pan"-Stücks?

Das kann ich gar nicht mehr so genau sagen. Henne oder Ei?

Wie lange haben sie an der Umsetzung gearbeitet?

Eineinhalb Jahre. Die Vorbereitungen starteten zu allererst mit der Suche nach der passenden Musik und das gestaltete sich nicht einfach aufgrund der Rechte. Ich musste selber etwas zusammenstellen und da habe ich wirklich Panik bekommen - sozusagen Peter Panik (lacht). Aber ich bin sehr froh, dass es Gerald C. Stocker gibt, der mir als Spezialist die Filmmusik vorgespielt hat. Als ich diese hörte, sind mir sofort Bilder im Kopf entstanden. Es war wirklich ein langer Prozess. Aber diese Musik gibt den Abend einen richtigen Schwung. Ununterbrochen passiert etwas, deshalb wird Kindern mit Sicherheit nie langweilig. Das war die größte Herausforderung: Kinder so zu faszinieren, dass sie zwei Stunden im Theater durchhalten. Dafür hat jeder Tanz eine Handlung, kein Tanz steht nur für seine Virtuosität.

Und für welche Musik haben Sie sich entschieden?