Wien "Wir haben Sorgen, obwohl alles hervorragend läuft", so eröffnete Stiftungsvorstand Günter Rhomberg die Spielplanvorschau für 2019/20. Das Theater in der Josefstadt gilt bekanntlich als Vorzeigebühne in Sachen Wirtschaftlichkeit: Die Gesamtauslastung der laufenden Saison liegt bei 89 Prozent (Josefstadt: 88 Prozent, Kammerspiele: 90 Prozent). Die Einnahmen belaufen sich auf 7,5 Millionen Euro, der Eigendeckungsgrad beträgt 40 Prozent. "Wir sind an einem Punkt angelangt, der sich kaum mehr steigern lässt", so Rhomberg. Selbst ein wirtschaftlich erfolgreiches Theater, kann die Unterdotierung auf Dauer nicht auffangen. Das Kernproblem, das übrigens sämtliche Wiener Bühnen betrifft, ist die fehlende Valorisierung, also die Indexanpassung der Subventionen. Josefstadt-Direktor Herbert Föttinger setzt hier große Stücke auf Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler, die sich für eine Erhöhung stark machen will. Föttinger: "Man muss etwas tun."

Literatur made in A

In der Josefstadt wird die kommende Spielzeit am 5. September mit Doderers "Strudlhofstiege" eröffnet, die Kammerspiele ziehen zwei Tage später mit einer Bühnenfassung des Kinohits "Die Migrantigen" nach. Klassiker dominieren den Spielplan - von Nestroys "Einen Jux will er sich machen" bis zu Tschechows "Kirschgarten" mit Otto Schenk als Firs. Viel versprechend klingt auch Elmar Goerdens Neufassung von "Rosmersholm", vorprogrammierter Höhepunkt dürfte wohl Claus Peymanns Josefstadt-Debüt werden: Er inszeniert Bernhards "Ein Fest mit Boris".

In den Kammerspielen gestalten Torsten Fischer und Sona MacDonald erneut einen szenischen Liederabend, dieses Mal dreht sich alles um Marlene Dietrich. Und Hausautor Peter Turrini verfasste für die Kammerspiele ein Stück über Alzheimer.•