Wenn Markus Hauptmann die Eltern am ersten Schultag begrüßt, halten den kahlköpfigen Zwei-Meter-Mann die einen für den Schulwart und die anderen für den Islamlehrer. Willkommen im Alltag eines Volksschullehrers aus Leidenschaft, den Schüler, Eltern und Lehrerkollegium immer noch nicht davon abhalten, Tag für Tag im Klassenzimmer zu stehen.

Was man dabei so alles erleben kann, erzählt Hauptmann auf der Bühne (am Keyboard begleitet von Martin Mader) seinem Publikum, das sich wohl mehrheitlich aus Berufs- und somit Leidensgenossen zusammensetzt. Was den Vorteil hat, dass er sich von seinen Zuhörern verstanden weiß, wenn er irrwitzige Alltagskomik mit genüsslichem Bobo-Bashing mischt und sich zwischendurch auch mit ganz ernsthaften gesellschaftspolitischen Themen wie der Kopftuchdebatte auseinandersetzt.

Dass Hauptmann sich dabei kein Blatt vor den Mund nimmt, weiß das Auditorium zu schätzen. Ebenso, dass sein Humor genauso schwarz ist wie sein Bühnen-Outfit - nur die weißen Turnschuhe setzen einen Kontrapunkt, so wie auch im Programm immer wieder Lichtblicke auftauchen zwischen all den bitteren Klagen, die er mit viel Leidenschaft (und auch ein wenig Selbstironie) vorträgt.

Klamauk und tiefer Ernst

Markus Hauptmann (r.) raunzt und singt, Martin Mader begleitet ihn dabei. - © Walter Kienast
Markus Hauptmann (r.) raunzt und singt, Martin Mader begleitet ihn dabei. - © Walter Kienast

Mit hoher Schlagzahl haut er diverse Gags raus, von denen manche echte Kracher sind, andere bleiben eher flach, was ihm aber durchaus bewusst sein dürfte, weil er damit kokettiert. Hier kommt Mader ebenso ins Spiel wie in den Liedern, die dazwischen eingestreut werden - und die mit ihrer melancholischen Ernsthaftigkeit deutlich machen, dass es dem Herrn Lehrerin nicht nur um den Klamauk geht, sondern auch darum, ein bisschen mehr nachzudenken über das Thema Schule.