Am 31. Mai 1809 verstarb Joseph Haydn in Wien. Exakt 210 Jahre später würdigt ihn eine, deren Bühnenkarriere er massiv beeinflusst hat: Mit "a haydn-oawad" wurde Marika Reichholds Alter Ego, die Theaterputzkraft "frau franzi" (natürlich kleingeschrieben, wie es sich für kleine Leute wie sie gehört), im Jahr 2009 einer breiteren Publikumsschicht bekannt. Zehn Jahre später holt Reichhold ihr Haydn-Programm erneut auf die Kleinkunstbühne und erzählt ihrem Publikum aus dem Leben des großen Komponisten.

Und wie schon bei den vorherigen Programmen über William Shakespeares Werke lässt Reichhold auch diesmal wieder zur Veranschaulichung die Fetzenpuppen tanzen, während sie erzählt, was der "Haydn-Pepsch" am Hofe des Fürsten Esterházy so alles erlebt hat, mit seiner Ehefrau, seiner Geliebten - und mit der Köchin Mizzi, einer Urahnin der "frau franzi". Letztere ist freilich ebenso in keiner Aufzeichnung erwähnt, wie viele andere G’schichteln, die Reichhold ihrem Publikum eine Stunde lang präsentiert. Viele Details sind sicher frei erfunden, insgesamt bekommt man aber trotzdem ein ganz gutes Gesamtbild vom Leben und Wirken des wichtigen Vertreters der Wiener Klassik. Freilich sehr bodenständig und in breitestem Dialekt - also fürs "einfache Volk".