Let’s dance: Andrea Eckert und Markus Meyer. - © Rainer Werner
Let’s dance: Andrea Eckert und Markus Meyer. - © Rainer Werner

Es treffen sich zwei misstrauische, menschen- aber nicht konfliktscheue Personen und dann dauert es eine Stunde und 40 Minuten, bis sie Freunde geworden sind. Hier könnte diese Kritik aufhören. So schnell ist "Sechs Tanzstunden in sechs Wochen" des US-amerikanischen Schriftstellers Richard Alfieri auserzählt. Fragt sich nur, warum Martina Gredler diesen überschaubaren Stoff im Kasino inszenieren musste. Und warum das Burgtheater so eine Schmonzette auf den Spielplan hebt. Aber gut, nach Vorstellungsende gibt’s noch eine Tanzveranstaltung, da darf das Publikum auf die Bühne und selbst tanzen.

Davor schwingen die Schauspielenden Andrea Eckert und Markus Meyer das Tanzbein. Eckert spielt Lily, ehemalige Lehrerin, die verwitwet und vereinsamt im Rentnerinnen-Paradies Florida lebt. Meyer spielt Michael, jung, schwul, Single, der ihr als Tanzpartner Swing, Tango und Walzer beibringen soll. Die spritzig gemeinten Streitereien laufen nach dem immer gleichen Schema ab, immer schön vorhersehbar konstruiert und manieriert aufgesetzt. Da hilft die schönste Schauspielkunst nichts, dieser Abend ist und bleibt fad.

Regie und Ausstattung haben der intellektuellen Unterforderung nichts entgegenzusetzen. Da steht ein naturalistisches Wohnzimmer, dahinter sitzt die Band, wenn die spielt, dann gibt’s Videoprojektionen von Wolken, Luftballons und einer USA-Fahne. Kostümbildnerin Lejla Ganic verpasst den beiden Darstellenden alle paar Minuten ein neues opulentes Kostüm.

Wenn Sie gerne Theater auf Rosamunde-Pilcher-Niveau sehen und kein Problem damit haben, dass Pilcher am Theater noch etwas seichter wirkt als im Fernsehen, dann: Nix wie hin!