Michael Niavarani, das neue Herrl des Simpl-Bulli (im Hintergrund). - © Jan Frankl
Michael Niavarani, das neue Herrl des Simpl-Bulli (im Hintergrund). - © Jan Frankl

Michael Niavarani übernimmt also das altehrwürdige Kabarett Simpl an der Wiener Wollzeile, dessen Künstlerischer Leiter der 51-Jährige bereits 1993 bis 2004 war. Albert Schmidleitner, der längste Besitzer in der Simpl-Geschichte (seit 1981 Geschäftsführer, seit 1993 auch Eigentümer), übergibt es aus Altersgründen an seinen künstlerischen Ziehsohn, "bevor der Nia womöglich in ein paar Jahren sagt, er mag nicht", so Schmidleitner im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Das ebenfalls von ihm betriebene Vindobona am Wallensteinplatz wird er noch ein paar Jahre selbst weiterführen. Er ist jedenfalls froh, dass Niavarani, der vor fünf Jahren sein eigenes Globe-Theater in Neu Marx gegründet hat, wieder beim Simpl einsteigt. Niavarani selbst erklärt im Interview, wie er das Simpl neu aufstellt, welche Rolle die Politik dabei spielt und warum er lieber mit John Cleese und Harald Schmidt spielt als alleine.

"Wiener Zeitung": Das größte Highlight der kommenden Saison ist für Sie sicher der Auftritt mit John Cleese im Globe Wien. Oder kommt er auch ins Simpl?

Michael Niavarani: Er wird hoffentlich zur Premiere der neuen Simpl-Revue kommen, denn er hat dem Simpl einen Sketch geschenkt: Wir werden eine Monty-Python-Nummer spielen, die er und Graham Chapman gemeinsam geschrieben haben.

Da sitzt er aber im Publikum.

Ja. Aber wer weiß, vielleicht springt er auch auf und sagt, man muss es anders spielen.

Wie schwierig war es, ihn zu bekommen?

Das hat sich aufgrund eines freundschaftlichen Verhältnisses ergeben. Wir haben einander zufällig kennengelernt, als er zuletzt in Wien gespielt hat und sind einfach essen gegangen. Wir haben uns gut unterhalten und sehr gut verstanden.

Bei Monika Gruber damals war es ja ähnlich.

Es ist wirklich so: Zusammenarbeiten, die auf einer Anfrage des Managements basieren,. können auch sehr fruchtbar sein. Aber am besten ist es immer, wenn man eigentlich nur vorhat, miteinander essen zu gehen - und für mich wäre eigentlich ein Mittagessen mit John Cleese alleine schon der Höhepunkt meiner Karriere - und dann ergibt sich das daraus!

Hat er Star-Allüden?

Nein, überhaupt nicht. Er ist ein ganz normaler, hochintelligenterk, wahnsinnig komischer alter Mann (lacht).

Sind Sie nervös angesichts dieses Kalibers als Bühnenpartner?

Nein, überhaupt nicht. Was soll schon passieren? Ich bin mit John Cleese auf der Bühne - allein dadurch ist der Abend gerettet.

Trifft das auf Harald Schmidt, mit dem Sie wieder gemeinsame Abende machen werden, auch zu?