Wer sich in Schale für die Festwochen-Premiere im Theater an der Wien geworfen hatte, mag konsterniert gewesen sein. "Sitzgelegenheit" stand auf der Karte, und für viele war es genau das: ein Platz am Boden der zum Publikumsraum umgebauten Bühne. Dort habe man aber auch das beste Erlebnis, wurde versichert. Am Ende fragte man sich freilich: Wovon? Die Performance (?) "Fever Room" von Apichatpong Weerasethakul besteht aus zwei Teilen. Zum einen aus Videobildern, die auf vier Monitore projiziert werden. Zum anderen aus einer Lasershow mit reichlich Trockeneisnebel. "Fever Room" ist eine Art Bonus-Track zu Weerasethakuls Film "Cemetery of Splendour". Wer den nicht gesehen hat, wird sich (noch) schwer(er) tun, zu erfassen, was Weerasethakul erzählen will. In den Videos sind dieselben Schauspieler zu sehen, im selben Setting: einem Krankenhauszimmer. Jenjira Pongpas und Banlop Lomnoi schlafen in weiß bezogenen Betten - ein Hinweis auf den Film, in dem es um eine mysteriöse Komakrankheit geht. Die Bilder zeigen aber auch die Statue einer Göttin gefolgt von jener des thailändischen Diktators Sarit Thanarat. Sowie eine Fahrt auf einer Fähre am Mekong und einen Mann mit Sturmhaube, der mit freiem Oberkörper und Taschenlampe seltsam schutzlos in einer Höhle forscht. Dieses Traumhafte kulminiert in einer Lichtshow, die mit pumpendem Soundtrack Assoziationen von Nahtoderfahrungen (Tunnel mit soghaftem Lichtpunkt) weckt. Das wirkt wie ein Rave an der Volkshochschule und schafft es nicht, zu fesseln oder gar zu berühren.