Robin Hood ist ein Held wie aus dem Bilderbuch - zu schön, um wahr zu sein. Tollkühne Abenteuer ranken sich um die mittelalterliche Figur, die den Reichen nimmt, um den Armen zu geben. Die archetypische Figur der Verteilungsgerechtigkeit wurde vielfach beschrieben, verfilmt, vertont. Diesem Kosmos an Bearbeitungen fügt nun Theater der Jugend-Intendant Thomas Birkmeir als Autor und Regisseur eine neue hinzu. Seine Dramenfassung liegt im freihändigen Umgang mit der historisch wenig verbürgten Vorlage auf der Höhe der Zeit, ähnlich assoziativ gehen derzeit viele Disney-Verfilmungen vor, siehe: "Rapunzel - neu verföhnt".

Robin Hoods Heldengestus wird folgerichtig eher parodiert, Jakob Elsenwenger schafft die Gratwanderung zwischen Kinderheld und Stinkstiefel mit Grandezza. Auch gibt es einige launige Travestie-Auftritte, der bevorzugte Musikstil ist Rap. Die eigentliche Hauptperson ist hier aber Lady Marian (Larissa Aimée Breidbach), die als fingierte Red-Cap den Wald von Sherwood unsicher macht.

Zu den Höhepunkten der kurzweiligen zweistündigen Aufführung für Kinder ab sechs Jahren gehören die furios arrangierten Kampfszenen. Hier wird gefochten, dass die Schwerter nur so klirren. Da bleibt kein Auge trocken.