Will "Bilanz ziehen": Manuel Legris. - © apa/Helmut Fohringer
Will "Bilanz ziehen": Manuel Legris. - © apa/Helmut Fohringer

Wien. Aus der Pressekonferenz, eigentlich für Dienstag anberaumt, ist nichts geworden. Das Wiener Staatsballett stellt seine nächste Spielzeit ausnahmsweise in einer Aussendung vor. Grund dafür sei eine Erkrankung von Leiter Manuel Legris. Ein Ersatztermin werde gesucht, heißt es aus dem Staatsballett, dessen Akademie im April wegen Missbrauchsvorwürfen in die Skandalschlagzeilen gerutscht war.

Legris will in seiner letzten Saison 2019/20 jedenfalls "programmatisch Bilanz ziehen", steht in der Aussendung. Als Wiederaufnahmen sind unter anderem Edward Clugs "Peer Gynt", John Crankos "Onegin" oder Legris‘ Arbeiten "Sylvia" und "Le Corsaire" programmiert. Das neoklassische Werk "Jewels", das am 2. November an der Staatsoper Premiere feiert, "hat uns in Ausschnitten seit 2010 begleitet und steht nunmehr komplett, in seiner abendfüllenden Fassung mit drei Teilen, auf dem Spielplan", wird Legris zitiert. Der Triple-Abend, der am 4. März 2020 Premiere hat, beinhaltet ein Auftragswerk: Neben András Lukács‘ "Movements to Stravinsky" und Nacho Duatos "White Darkness" steht die Uraufführung von "Between Dogs and Wolves" von Pontus Lidberg zur Musik von Max Richter auf dem Programm.

Am 28. März feiert in der Volksoper der Zweiakter "La Piaf" von Mauro Bigonzetti zu Chansons von Edith Piaf und Jacques Brel sowie klassischer Musik Premiere, am 5. Juni folgt die Uraufführung von "Appassionato - Bach und Vivaldi": Darin präsentieren drei aus dem Staatsballett hervorgegangene Choreografen ihre Kreationen: Boris Nebyla begibt sich auf eine biografische Spurensuche in der Biografie Vivaldis ("Il Prete Rosso"), Eno Peci lotet mit "Monkey Mind" die Kraft der Gedanken aus und Martin Winter folgt in "Not Another Now" dem Symbolgehalt von Vivaldis "Die Vier Jahreszeiten", wobei er sich auf die 2012 veröffentlichte Bearbeitung des Werkes von Max Richter stützt.

Den Saisonabschluss und somit die letzte Premiere der Ära Legris bildet auch 2020 die Nurejew-Gala am 25. Juni in der Staatsoper.