Von Afrika bis Umweltschutz, von der Globalisierung bis zur Bundesregierung, einfach alles ist für diese sechs Personen auf der Bühne ein "Riesenthema", richtig bei der Sache sind die Akteure auf der leer geräumten Bühne im Meidlinger Werk X allerdings nur dann, wenn es um wirklich wichtiges geht: Besitzstandswahrung und Bedürfnisbefriedigung. Sonst haben Stehsätze und hohle Phrasen an diesem Theaterabend Konjunktur. Mit "Wie geht es weiter - die gelähmte Zivilgesellschaft" feiert das Aktionstheater Ensemble unter Regisseur Martin Gruber das 30-jährige Jubiläum der Theaterformation. Die Truppe ist bekannt für ihre politisch grundierten und energetisch aufgeladenen Aufführungen.

Doch in "Wie geht es weiter" nimmt die Innenschau der Mitwirkenden in zarten Spitzenhemden nicht richtig Fahrt auf. Inhaltlich zerfranst die 70-minütige Aufführung und ist, bis auf wenige Höhepunkte etwa Benjamin Vanyeks Milka-Monolog oder sein fingierter Zusammenbruch vor dem AMS, auch erstaunlich zahm geraten. Gut möglich, dass eine "gelähmte Zivilgesellschaft" nicht den besten Bühnenstoff liefert.