Mailand. Alexander Pereira, Intendant der Mailänder Scala, hat einen Auftritt der Pop-Ikone Madonna am Opernhaus abgelehnt. Die US-Sängerin hat Eigenangaben zufolge die Scala gebeten, im Rahmen ihrer neuen "Madame X"-Tour dort aufzutreten.

Die Konzerte zur Vorstellung ihres am 14. Juni erschienenen neuen Albums "Madame X" finden nicht in großen Konzerthallen, sondern in Theaterräumen statt, darunter in der New Yorker Howard Gilman Opera und im Wiltern-Theater in Los Angeles. "Ich habe um einen Auftritt in der Scala gebeten. Mein Traum ist, in Operntheatern zu singen. Doch dort will man Leute wie mich nicht", sagte die Sängerin im Gespräch mit der Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" (Montagsausgabe).

Poker um Scala-Direktion

Scala-Chef Alexander Pereira verweigert Madonna den Auftritt und kämpft um seinen Direktionsposten. - © APAweb/AFP
Scala-Chef Alexander Pereira verweigert Madonna den Auftritt und kämpft um seinen Direktionsposten. - © APAweb/AFP

Wobei spekuliert werden darf, ob sich Pereira mit der Aktion vor allem als Bewahrer der italienischen Hochkultur inszenieren will. Am morgigen Dienstag (18. Juni) soll nämlich der Scala-Aufsichtsrat entscheiden, wer 2020 die Direktion des Hauses übernimmt. Gute Chancen werden Dominique Meyer, dem scheidenden Direktor der Wiener Staatsoper nachgesagt. Pereira hat indessen sein Interesse bekundet, seinen Vertrag weiter zu verlängern und erhält dabei massive Unterstützung vom musikalischen Leiter der Scala, Riccardo Chailly.

Bereits 2015 war Pereira aus einem vergleichbaren Pokerspiel um den Scala Direktionsposten als Sieger hervorgegangen. (apa/red)