Der Scala-Aufsichtsrat hat am Dienstag das Thema des neuen Intendanten des Mailänder Opernhauses besprochen. Nach dreistündigen Beratungen sei eine Einigung über die Nachfolge von Alexander Pereira, dessen Vertrag nicht verlängt wird, getroffen worden, sagte der Mailänder Bürgermeister und Präsident der Scala-Stiftung, Giuseppe Sala, laut Medienangaben. Den Namen nannte er jedoch nicht.

"Wir haben eine Einigung über den neuen Intendanten gefunden. Jetzt werde ich ihn anrufen und treffen. Ein offizieller Beschluss wird erst nach diesen Gesprächen gefasst", sagte Sala. Der Name des neuen Intendanten soll am 28. Juni verkündet werden, berichtete Sala. Laut Insidern dürfte der Weg für den Wechsel des Direktors der Wiener Staatsoper, Dominique Meyer, nach Mailand jetzt frei sein.

Sala schloss aus, dass Pereira weiterhin im Sattel bleibt. Dem Vernehmen nach könnte der Österreicher, dessen Vertrag mit der Scala 2020 ausläuft, allerdings noch eine Zeit lang an der Seite des neuen Intendanten bleiben. Für eine Vertragsverlängerung Pereiras bis 2022 hatte sich der Musikdirektor der Scala, Riccardo Chailly, kürzlich ausgesprochen. Vor allem nach der Polemik um seine gescheiterten Pläne für ein Finanzierungsabkommen mit Saudi-Arabien hatten sich einige Aufsichtsratsmitglieder gegen einen Amtsverbleib Pereiras erklärt.

Sollte Meyer zum neuen Scala-Intendanten aufrücken, wäre er der zweite Franzose an der Führung des Mailänder Opernhauses. Dieses war bereits von 2005 bis 2015 vom Franzosen Stephane Lissner geführt worden. Der Direktor der Wiener Staatsoper galt von Anfang an als Kandidat mit dem besten internationalen Lebenslauf im Bewerberkreis. Die Kandidaten waren im Auftrag der Scala von der Headhunting-Gesellschaft "Egon Zehnder" gewählt worden. (apa)