Wien. (pat) Mit einer guten und schlechten Nachricht beginnt die Saisonvorschau des Schauspielhauses: Zuerst die gute: Die Bühne in der Porzellangasse blickt auf eine der erfolgreichsten Spielzeiten zurück, die Auslastung beträgt 85 Prozent, Karteneinnahmen und Drittmittel (durch Kooperationen) konnten gesteigert werden und noch nie gab es so viele Einladungen zu internationalen Festivals.

Trotzdem ist die finanzielle Lage bedenklich. Aufgrund der fehlenden Valorisierung der Fördermittel kommt es jährlich zu einer Kürzung des Budgets von durchschnittlich 40.000 Euro. Das Einsparungspotenzial sei nun ausgereizt, ohne Budgeterhöhung werde die Bühne ab 2021 in ernsthafte Probleme schlittern: "Wir müssen dann strukturelle Konsequenzen ziehen", so Intendant Tomas Schweigen.

Unbelastet von Finanznot beginnt die neue Spielzeit vielversprechend mit dem Wien-Debüt von Vegard Vinge und Ida Müller. Dem Bühnenduo gelang es, selbst in Castorfs nicht gerade zimperlicher Berliner Volksbühne für Furore zu sorgen, nun sind sie erstmals in Wien zu sehen, Premiere ist am 28. September.

Intendant Schweigen wird Édouard Louis Roman "Im Herzen der Gewalt" auf die Bühne bringen sowie das jüngste Stück von Miroslava Svolikova. Thomas Köck, gegenwärtig einer der erfolgreichsten heimischen Gegenwartsautoren, wird mit "Kudlich in Amerika" seine historischen Recherchen rund um den Bauernbefreier fortsetzen. Die neue Spielzeit kann kommen!