Cornelia Anhaus konnte die Auslastung steigern. - © R. Liersch
Cornelia Anhaus konnte die Auslastung steigern. - © R. Liersch

Wien. (pat) "Wir fragen uns ernsthaft, was mit diesem Land los ist, und wollen das auf der Bühne zum Thema machen", sagt Harald Posch, Co-Leiter des Werk X-Meidling, anlässlich der Spielplanpräsentation für die Saison 2019/20. Das Motto lautet "Heimat und Arschloch", versprochen wird ein "kritischer Österreich-Trip".

Der Spielplan sei "geprägt von modernen österreichischen Klassikern, die uns vor Augen führen, dass der gegenwärtige Wahnsinn Autoren wie Ludwig Anzengruber oder Ödön von Horváth in verblüffend ähnlicher Form bekannt war und zum Gegenstand ihres Schreibens wurde", erläutert Posch die Spielplanlinie.

Eröffnet wird die Spielzeit im Werk X-Meidling am 10. Oktober vom Duo Gintersdorfer/Klaßen. Die von den Festwochen bekannten Theatermacher setzen sich mit "Geschichten aus dem Wiener Wald" auseinander, die Musik wird von Natalie Ofenböck und dem Nino aus Wien gestaltet.

Am 24. Oktober folgt die Wedekind-Bearbeitung "Try to be Lulu" von Nurkan Erpulat und Claudia Tondl. Peter Turrinis "Arbeitersaga", eine Kult- und Aufregerfernsehserie der 1980er Jahre, bringen Helmut Köpping und Kurt Palm in zwei Teilen auf die Bühne. Im Frühjahr 2020 wird Co-Intendant Ali M. Abdullah Brechts Frühwerk "Baal" inszenieren. Harald Posch wiederum widmet sich Anzengruber in der Bearbeitung "Der Gwissenswurm - the unintentionally end of Heimat".

Die kleine Spielstätte Werk X-Petersplatz eröffnet die Saison am 3. Oktober mit "Wasted" von Kate Tempest. Weitere Höhepunkte der kommenden Saison sind die Uraufführungen "Blutiger Sommer" über Massenhinrichtungen politischer Gefangener im Iran Ende der 1980er Jahre sowie "Gruber geht" nach dem Roman von Doris Knecht und "Back to Black - Das Leben der Amy Winehouse" als musikalisches Drama von Frizz Fischer und Matti Melchinger.

Die Bilanz der zu Ende gehenden Spielzeit sieht erfreulich aus: Die Zahl der Besucher konnte bei 288 Vorstellungen von rund 16.000 auf rund 19.000 gesteigert werden, die Auslastung liegt bei knapp 80 Prozent. Besonders das Werk X-Petersplatz, seit Februar 2018 unter der künstlerischen Leitung von Cornelia Anhaus, könne "eine deutlich steigende Auslastung vorweisen".