Salzburg. Der Schauspieler Jens Harzer steigt auch bei den Salzburger Festspielen in die Fußstapfen des im Februar 2019 gestorbenen Bruno Ganz: Nachdem Harzer das Erbe des Schweizers als Träger des Iffland-Ringes angenommen hat, übernimmt er nun auch dessen Rolle als Sprecher in Luigi Nonos "Il canto sospeso" in Salzburg.

Bruno Ganz war bei den Salzburger Festspielen bereits 1995 im Rahmen des Zeitfluss-Festivals - damals kuratiert von Markus Hinterhäuser und Tomas Zierhofer-Kin - in dieser Rolle zu erleben und wäre auch heuer wieder dafür vorgesehen gewesen. Nach dessen Ableben konnten die Festspiele nun Harzer als Sprecher gewinnen. Das Konzert am 24. Juli in der Kollegienkirche wird dem verstorbenen Schauspieler gewidmet.

Der 1972 geborene Harzer ist bei den Salzburger Festspielen kein Neuling:  Er debütierte in der Mozartstadt 2000 in Jon Fosses "Der Name", von 2002 bis 2004 spielte er in Hofmannsthals "Jedermann" den Tod. Außerdem war er in O'Neills "Eines langen Tages Reise in die Nacht" (2004), Dostojewskis "Verbrechen und Strafe" (2008/2009), in Peter Handkes "Immer noch Sturm" (2011) und 2016 in Shakespeares "Der Sturm" zu sehen. Zuletzt stand er im Vorjahr in Kleists "Penthesilea" auf der Salzburger Festspiel-Bühne.

Seit dem Tod von Bruno Ganz ist Jens Harzer der neue Träger des Iffland-Rings. Die auf Lebenszeit vergebene Auszeichnung erhält der "bedeutendste und würdigste Bühnenkünstler des deutschsprachigen Theaters" und wird testamentarisch weitergegeben.(apa)