Salzburg. Gründervater Hugo von Hofmannsthal bezeichnete die Antike als "magischen Spiegel". Und so besetzen die antiken Griechen diesen Sommer die Salzburger Festspiele.

"Mythos" ist der rote Faden des Programms: Idomeneo, Ödipus, Medea, Orpheus: Säulen des altgriechischen Geschichtenschatzes - und als solche auch des Opernprogramms der heurigen Salzburger Festspiele. Insbesondere steht dabei der Mensch in seiner Schicksalsabhängigkeit, seiner Verflochtenheit mit der Götterwelt im Mittelpunkt. "Diese Schicksalshaftigkeit zu konterkarieren mit dem Menschen, der Verantwortung übernehmen kann oder muss, oder auch mit seinem Gott das Gespräch sucht - das findet sich im Schauspiel", erklärt Schauspielchefin Bettina Hering das diesjährige Thema.

Selbstverständlich wird auch Hugo von Hofmannsthals "Jedermann" am Domplatz gespielt. Dieses Jahr gibt es aber einige Änderungen bei der Besetzung: Neben Tobias Moretti als Jedermann, wird Gregor Bloeb als Guter Geselle und Teufel gleich doppelt auf der Bühne eingesetzt. Die Rolle der Buhlschaft übernimmt Valery Tscheplanowa. Auch der Glaube wurde mit Falk Rockstroh neu besetzt, er ist Salzburger Festspiel-Neuling. Tino Hillebrand und Björn Meyer werden als die Vetter zu sehen sein.

Ouverture Spirituelle

Bevor aber der "Jedermann" das erste Mal am 20. Juli auf den Domplatz tritt, wird, stimmt die "Ouverture Spirituelle" auf den Festspielreigen ein. Im vergangenen Jahr war das Leid der zentrale Themenpunkt. Diesen Sommer fluten Tränen die Konzertreihe, die von Alexander Pereira etabliert wurde. In elf Konzerten erklingen thematische Bearbeitungen von der Renaissance bis in die Gegenwart.

Oper

Die alten Griechen sind zurück. Bei den Opern steht alles im Zeichen der Antike. Am 27. Juli gibt es die erste Premiere in der Felsenreitschule mit Wolfgang Amadeus Mozarts "Idomeneo". Gespielt wird auf der Bühne unter der Regie von Peter Sellars. Im Konzertgraben musiziert das Freiburger Barockorchester unter der Leitung des Stardirigenten Teodor Currentzis.

Thomas Hengelbrock dirigiert am 30. Juli bei der Premiere von Luigi Cherubinis "Médée" in der französischen Fassung die Wiener Philharmoniker im Großen Festspielhaus. Regie führte Simon Stone.

Am 11. August findet eine weitere Premiere in der Felsenreitschule statt. Diesmal wird George Enescus "Oedipe" in der Regie von Achim Freyer aufgeführt. Die Wiener Philharmoniker spielen unter dem Dirigenten Ingo Metzmacher.