Paul Pizzera (31) und Otto Jaus (36) haben einen mehrtägigen Interview-Marathon hinter sich. Kein Wunder, gehören sie doch aktuell zu den gefragtesten Kabarettisten des Landes. Die Fakten sprechen für sich: ein Auftritt vor 11.000 Fans in der ausverkauften Halle D der Wiener Stadthalle (bisher füllte die große Halle als Einzelkabarettist nur Roland Düringer 1999), Headliner beim Donauinselfest, Preisträger bei den Amadeus Austrian Music Awards, 102 Wochen durchgehend mit "unerhört solide" in den Ö3-Charts - und mit dem vor einer Woche erschienenen neuen Album "Wer nicht fühlen will, muss hören" waren sie auch schon auf Platz eins. Und so wie es beim Debüt als Duo vor zwei Jahren ein Album zum Programm gab (oder eher umgekehrt?), halten es die beiden auch mit ihrer zweiten CD, die fast alle Lieder enthält, die Pizzera & Jaus demnächst in Form eines Kabarettprogramms auf die Bühne bringen, mit dem sie am 1. und 2. April 2020 dann auch wieder die große Wiener Stadthalle füllen werden. "Ein paar Klassiker aus dem ersten Programm werden wir natürlich auch spielen müssen", meint Pizzera im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" im Globe Wien, wo am 14. November die offizielle Premiere steigt.

Die erste Vorpremiere ist am 25. September im Kunsthaus Weiz. Die Zeit bis dahin werden sie noch intensiv nutzen. "Ein paar Sachen müssen wir noch schreiben", verrät Jaus, "aber im Großen und Ganzen steht das Programm." Was die Fans erwarten dürfen, fasst Pizzera kurz und knapp zusammen: "Man bekommt das, was man kennt, nur mit neuem Inhalt: viel Musik und dazwischen die gewohnten satirischen Doppelconférencen." Musikalisch sehen sie eine Weiterentwicklung gegenüber dem Erstling, "da sind wir definitiv besser unterwegs". Dass die zehn Nummern auf dem neuen Album alle komplette Eigenkompositionen sind, ist für die beiden Ehrensache. Sich Melodien oder Texte von anderen schreiben zu lassen, "hat es bei uns noch nie gegeben und wird es auch nie geben", betont Pizzera, dem Authentizität enorm wichtig ist: "Es soll aus unseren Köpfen, unseren Händen und unseren Kehlen entstehen."

100 Auftritte pro Jahr

Einige Lieder auf dem neuen Album sind übrigens schon mehrere Jahre alt (die Gänsehaut-Ballade "#janeinvielleicht" etwa kennt man schon vom vorigen Programm, und "s‘liad vom opa" hat Pizzera vor sieben Jahren geschrieben, als er noch solo auf der Bühne stand). Entstanden ist es im Verlauf eines Jahres eher nebenher, schließlich haben die beiden von September bis Juni an die 100 Auftritte im deutschsprachigen Raum - mit dem "Weißwurstäquator" als nördlicher Grenze - absolviert.