Wien. Bettina Kogler setzt nicht auf internationale Quotenbringer, sondern auf die heimische Tanz- und Performanceszene. So beschreibt Ulrike Heider-Lintschinger, die kaufmännische Leiterin des Tanzquartiers, den programmativen Fokus der Chefin bei der Programmpräsentation am Donnerstag.

Unter diesem Aspekt startet auch die aktuelle Saison: Florentina Holzinger eröffnet mit "Tanz - eine sylphidische Träumerei in Stunts" am 3. Oktober die Spielzeit. Mit dieser Produktion schließt sie ihre Trilogie über den Körper als Spektakel und über dessen Disziplinierung - in "Tanz" zitiert sie aus dem Bewegungsrepertoire des Balletts.

Erstmalig wird während der Amtszeit von Kogler wieder die Halle E des Museumsquartiers bespielt - darauf wurde in den letzten eineinhalb Jahren aufgrund von Sparmaßnahmen, die der österreichischen Szene zu Gute kommen sollten, verzichtet: In "Habitat" von Doris Uhlich (25. Oktober) werden 120 nackte Menschen die gängigen Vorstellungen von Körper, Tanz und Nacktheit sprengen. "Es ist eines meiner Herzstücke", so Kogler.

Text als Choreografie

Ferner ist Meg Stuart mit "Celestial Sorrow" (28. Nov.) und Jefta van Dinthers mit "The Quiet" (12. Dez.) zu Gast. Der thematische Schwerpunkt "word" beschäftigt sich im Herbst mit visualisierten Texten und Performances von Hannah De Meyer, Christine Gaigg, Andrea Maurer und Jen Rosenblit.

Die Saison 2018/19 zeigte 68 Produktionen, darunter 17 Uraufführungen und 11 Erstaufführungen. Die Gesamtauslastung lag bei 88,5 Prozent, wobei insgesamt 43.486 Besucher die Angebote des Hauses angenommen haben, davon 23.560 die Performances. Das TQ-Kuratorium hat sich nach einer Evaluierung für eine Verlängerung von Koglers Vertrag um vier Jahre ausgesprochen.