Es ist nicht immer einfach auf dieser Welt. Vor allem wenn das Vuca (Akronym, steht für Volatility, Uncertainty, Complexity und Ambiguity) vorherrscht und man sich als Mensch mit den unterschiedlichsten Problemen konfrontiert sieht.

- © ERNESTO GELLES
© ERNESTO GELLES

Also macht Severin Groebner in seinem neuen Programm "Gut möglich" aus der Vergangenheit seiner Zukunft heraus eine fiktive Reise in die kommenden Jahrzehnte und blickt auf sein Leben und was es alles bieten würde, wäre er unglaublich reich und erfolgreich. Vom Klimawandel, der einen Unterwassertourismus in Berlin ermöglicht, über die Auswirkungen des Genderwahnsinns auf die Männlichkeit reicht die Palette der Denkanstöße im ersten Teil des sehr gelungenen und unterhaltsamen Programms. Die Sache mit der Ziege mögen die geneigten Leser aus dem Munde des Kabarettisten selbst erfahren, man mag hier nicht zu viel verraten. Groebner nimmt die Zuseher auf seine Reise durch die Jahrzehnte mit und sorgt für einen kurzweiligen Abend mit Witz und nachdenklichen Momenten. Da die Tour auch durch Deutschland führen wird, darf sich nicht nur die heimische Innenpolitik ein paar Tiefschläge abholen, auch für unsere Nachbarn wird es was zu Lachen geben.

Die Was-wäre-wenn-Frage

Groebner wirft seine kabarettistische Zeitmaschine an und muss sich dort mit den 5 Ks herumplagen - Klimawandel, Krieg, Kollektive, Kontinentaldrift und Kunstinstallationen. Die ernsten Fragen des Lebens - Alter, Sterben und Überleben in einer Welt, die man so gerne verstehen will und es doch nicht schafft - begleiten durch den Abend. Aber keine Sorge, es wird keine wehleidige Abrechnung eines Mannes, der "gerne dem 27er-Klub angehört hätte", aber damals leider nur das Alter, nicht jedoch die Berühmtheit der früh verstorbenen Legenden erreicht hatte. Und wie so oft im Leben, es wird nicht alles schlechter im Alter. Wer mag denn nicht in Zukunft an der Mittelmeerküste in Bozen sitzen und Grünen Veltliner aus Libyen trinken oder Männer in Schrottplatz-Reservaten besuchen?

Und weil das Eis weltweit munter schmilzt, geht Europa einfach unter. Die Sahara wird grün und Afrika zum Traumziel für Wirtschaftsflüchtlinge aus Europa - aber dummerweise hat man an dieses Szenario 2019 nicht gedacht. Die Welt ist ungerecht.